Ole Nydahl hetzt, und die DBU schweigt

Lama Ole Nydahl, Gründer und Kopf der Diamantweg-Buddhismus-Bewegung, fällt seit Jahrzehnten durch rassistische Äußerungen auf. Nicht erst durch den gesellschaftspolitischen Diskurs zur Flüchtlingsfrage, der uns in den vergangenen Jahren und aktuell intensiv beschäftigt, erhalten diese Äußerungen besondere Brisanz. Es ist immerhin ein buddhistischer Lehrer, der sich so äußert. Und er tut es öffentlich, in Vorträgen vor Tausenden Leuten, in Interviews für Medien mit enormer Reichweite. Viele Gruppen in der Gesellschaft haben sich gegenüber diesem Thema längst deutlich abgegrenzt – gegen Hass und Hetze. Etwa die christlichen Kirchen in Deutschland. Nur die DBU, die Deutsche Buddhistische Union, sieht sich bisher nicht in der Lage, eindeutig gegen die rassistischen Ausfälle des Kopfs eines ihrer Mitgliedgemeinschaften Stellung zu beziehen.

Die Geschichte bedenklicher Äußerungen Nydahls ist lang. So bescheinigte bereits 1996 ein von der DBU erstelltes Gutachten Ole Nydahl rassistische und nationalistische Aussagen. Es sollen sich laut diesem Gutachten in seinem Buch „Über alle Grenzen“ unter anderem folgende Passagen befinden oder befunden haben:

Fragte ich Weiße über die Stellung der Schwarzen aus, so sagten sie, daß die Europäer zuerst in das Land gekommen seien, was wohl geschichtlich stimmt. (…) Außerdem gehe es den Schwarzen in Südafrika besser als irgendwo sonst, was man auch sehen könne. Einige sagten sogar, daß das größte Verbrechen des weißen Mannes den Farbigen gegenüber sei, ihnen Penizillin ohne Verhütungsmittel gegeben zu haben. Dadurch würde die Überbevölkerung in so schönen Ländern wie diesem immer schlimmer. (…) Weiße Hautfarbe bedeutet überall auf der Welt höheren Rang – auch wenn es wenige zu sagen wagen.

Die Frauen in Rußland haben durchschnittlich sechs Abtreibungen, und es müßte möglich sein, diese Kinder an westliche Familien zu vermitteln. (…) Da die Kinder genetisch gesehen eigentlich europäisch sind, würden sie in westlichen Leistungsgesellschaften mithalten können.

Lama Ole Nydahl
Lama Ole Nydahl | (CC BY-SA 2.0)

Aber blicken wir in die Zweitausenderjahre, in die jüngste Vergangenheit also: Anfang 2016 sitzt eine junge Frau vor dem Fernseher, um den Livestream des Deutschlandtreffens des Diamantweg-Buddhismus anzusehen. Ihr Freund, ein Nydahl-Anhänger, hat sie darum gebeten. Was sie sieht und hört, schildert sie später so:

Da wurde nach der Haltung des Lamas zu Flüchtlingen gefragt und was wir in Deutschland tun können. Ich habe es zunächst als Provokation verstanden und als unangemessenen Scherz, aber dieser Mann empfiehlt seinen Zuhörern tatsächlich die Partei ‚Alternative für Deutschland‘ zu wählen, da Frau Merkel ja (…) [aufgrund juristischer Angriffe Nydahls auf diverse Blogger, darf nicht zitiert werden, was die Zeugin noch erinnerte, gehört zu haben – dazu später mehr in diesem Artikel].

Schockiert von diesen fremdenfeindlichen Aussagen schreibt sie der DBU eine E-Mail und bittet den Rat und den Vorsitzenden des Rats Gunnar Gantzhorn: „Mich interessiert sehr, wie Sie (verschiedene Verantwortliche der Buddhisten im Deutschland) zu diesem Thema stehen. Wenn möglich, bitte ich um eine öffentliche Stellungnahme.“ Doch die Stellungnahme bleibt aus. Die Frau kann sich nicht erinnern, eine Antwort erhalten zu haben oder wenn, sei diese „nur kurz“ und nicht „nachhaltig“ gewesen.

Beim selben Treffen äußert Nydahl in einem Interview mit der Nordhessenrundschau unaufgefordert:

Und ich bin ja so froh, dass in unseren Gemeinden auch, dass immer wieder Leute Kinder kriegen, nech? Damit wir mit den fremden Einflüssen, die in unsere Länder kommen, nech, damit wir etwas haben, das demokratisch erzogen wurde, nech? Und worauf wir bauen können, nech? Würd‘ nicht sagen, von welcher Religion und welchem Volk ich rede, nech, aber das hier sind unsere, nech, die werden ein gutes Gegengewicht dazu sein.

Auf die nachfolgende Frage der Journalistin: „Was sagen Sie Ihren Schülern zu den Terroranschlägen, der jüngste in Brüssel?“, antwortet der Lama dann:

(…) Ein großes Problem, was wir uns da aufgehalst haben. Die Leute hätten einfach nur den Koran lesen müssen und verstehen müssen (…) dann hätten wir vielleicht nicht so viele über die Grenze geholt oder aus dem Wasser geholt sogar. (lacht)

Die Reaktion auf diese völlig undifferenzierte und menschenfeindliche Äußerung aus dem Munde eines buddhistischen Lehrers: tiefe Empörung. In zahlreichen Schreiben von DBU-Mitgliedern, darunter auch Dharma-Lehrer, werden der Rat der DBU und ihr erster Vorsitzender Gantzhorn aufgefordert, sich hier zu distanzieren oder einen eigenen Standpunkt zum Thema Flüchtlinge und das Verhältnis des Buddhismus zum Islam zu erarbeiten und zu kommunizieren. Nichts passiert.

In einer Klarstellung Nydahls heißt es später lapidar: „… daß ich keineswegs so verstanden werden möchte, als würde ich nicht Menschen aus Lebensgefahr retten oder sie gar ertrinken lassen wollen. (…) Ich bin Däne und bin mit meinem Deutsch anscheinend missverstanden worden.“ Wie er denn verstanden werden wollte, bleibt offen. Vor dem Hintergrund seiner rassistischen Äußerungen, die er seit Jahrzenten macht, ist seine Erklärung vollkommen unglaubwürdig.

Die Mitgliederversammlung der DBU im April 2016 sollte nun der Ort sein, an dem einige kritische Geister über die Entgleisungen Nydahls sprechen wollten. Man wünschte sich, dass der Rat der DBU öffentlich Stellung nimmt, sich von diesen skandalösen Äußerungen Nydals über Flüchtlinge distanziert und seine grundsätzliche Bereitschaft zu Toleranz und Dialog gegenüber Muslimen und dem Islam bestätigt. Es gehe letztlich aber auch um weit mehr als „nur“ um die Islamophobie bei Nydahl,

sondern um sein Polarisieren, um die Verächtlichmachung anderer – vor 20 Jahren waren ja auch Menschen aus Osteuropa, Sinti und Roma, sehr stark in seinem Fokus –, um eine mehr als fragwürdige, sicherlich nicht buddhistisch zu nennende ethische Haltung, um eine ebenfalls mehr als fragwürdige, sexistische Haltung Frauen gegenüber und um die Sektenstrukturen dieser Gruppierung,

stellt eine Teilnehmerin an der Mitgliederversammlung klar. Zu einer Debatte über all das kam es jedoch nicht. Die besagten kritischen Geister waren schlecht vorbereitet, es waren im Vorfeld keine Anträge zur Tagesordnung eingebracht worden, und es herrschte allgemein „ein großes Bedürfnis der meisten nach einer ‚harmonischen‘ Tagung“, so die Teilnehmerin weiter.

Beim Osterkurs des Diamantwegs 2017 ist Nydahl dann wieder in Bestform und parliert, die Muslime wollten den Frauen im Namen des Islam den Kitzler abschneiden. Alle Muslime, die da kämen, seien ungebildet. Syrer könne man eventuell schon einige ins Land lassen, Afghanen aber nicht. Eine Fragestellerin, die darauf hinweist, dass dies undifferenziert sei, und um Klärung bittet, wird lächerlich gemacht. Nydahl ordnet an, ihr das Mikrofon wegzunehmen.

Im Herbst 2017 fragte ein buddhistischer Mönch Gunnar Gantzhorn in einem Telefonat, warum die DBU nicht wenigstens eine allgemein gehaltene Stellungnahme zu den Themen Flüchtlinge und der Beziehung des Buddhismus zum Islam und Gewalt gegen Muslime abgeben wolle, wenn sie schon nicht explizit Aussagen Nydahls verurteilen will. Das sei zu arbeitsaufwendig und kompliziert, so die lakonische Antwort.

Im Januar 2018 wird der Lama vom Westdeutschen Rundfunkt interviewt. Nydahl sagt:

Wir mögen die Muslims überhaupt nicht. Also, was sie machen und das Ganze, all das Humorlose und die unterdrückten Frauen und die beschnittenen Frauen, nicht? Kein Klitoris und all das … was da passiert und all das, nicht? Das ist furchtbar.

Die brutale Vertreibung von Muslimen durch Buddhisten in Myanmar mochte er auch auf direktes Nachhaken des Moderators partout nicht verurteilen, stattdessen verteidigt er die Gewalttäter, sie seien auch nur Menschen und spricht davon, dass es „kräftig inszeniert ist wie von den Moslems“.

Einen Monat später findet in Hannover eine christlich-buddhistische Dialogtagung statt, eine Kooperation der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) und der DBU. Es sollte laut Einladung über die Frage gesprochen werden: „Was macht glücklich?“. Vonseiten der DBU ist auch ein Diamantwegvertreter und Schüler Nydahls aus Österreich mit dabei: Dr. Klaus Kaltenbrunner. Er wandte sich im Laufe des samstäglichen Podiumsgesprächs „Glück als Weltverantwortung“ mit der Forderung an die Christen, wieder „wehrhaft“ zu werden, „so wie sie es früher“ getan hätten. „Da waren sie [die Christen] besser als heute.“ Und er ergänzte, dass, wenn Worte nicht mehr nützen, man eben „kämpfen“ müsse. Es soll in diesem Zusammenhang ebenfalls der Begriff „Schwert“ gefallen sein. Auch wenn Kaltenbrunner explizit den Islam nicht erwähnte, war den Zuhörern klar, dass dies auf den Islam abzielte und eine Aufforderung zu Gewalt gegenüber Muslimen assoziierte. Drei Zuhörer widersprechen vehement. Darunter Zen-Meisterin Dagmar Doko Waskönig und Jörg Lindner, den deutsche Buddhisten als Teilnehmer der DBU-AG zur sprachlichen Überarbeitung des „Buddhistischen Bekenntnisses“ kennen. Lindner äußert sich unmittelbar nach Doko Waskönig: „Ich bin immer noch entsetzt und erschüttert über die angedeutete Aufforderung des Referenten Kaltenbrunner gegenüber Muslimen Gewalt anzuwenden.“ Gunnar Gantzhorn, erster Vorsitzender des Rats der DBU und Dr. Martin Ramstedt, in der DBU zuständig für den interreligiösen Dialog, sind ebenfalls zugegen. Sie widersprechen nicht.

Erst vor wenigen Tagen tauchte nun ein Foto Nydahls auf. Es stammt aus dem Jahr 2014 und zeigt den Vorstandsvorsitzenden der „Buddhismus Stiftung Diamantweg”, Ole Nydahl, wie er zusammen mit einem Vorstandsmitglied dieser Stiftung, Tomek Lehnert, den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders trifft. Zu sehen ist, wie Lehnert Wilders die Hand schüttelt und Nydahl mit Demutsgeste eine Visitenkarte bereithält, wohl um sie Wilders zu überreichen. Mit auf dem Bild zwei weitere bekannte skandinavische Rechtspopulisten, Lars Hedegaard (3.v.l.) und Nicolai Sennels (hinter Wilders, blaues Hemd), Schüler von Nydahl und Anführer der dänischen Pegida.

Zu alldem schweigt die DBU bzw. der Rat der DBU beharrlich. Mehr noch. Der erste Vorsitzende und Sprecher des Rats, Gunnar Gantzhorn, ergreift Partei für den Diamantweg. Als sich der Diamantweg sein Europazentrum in Immenstadt im Allgäu baut, ignoriert er Bauvorschriften und Naturschutzauflagen. Man planiert widerrechtlich etwa 10.000 mGrund inmitten des Naturschutzgebiets. Dabei werden u. a. zwei Biotope vernichtet. Und statt der angekündigten und zunächst genehmigten maximal 2.000 Teilnehmer reisen heute zu Veranstaltungen ein Vielfaches an Nydahl-Anhängern an, sorgen für nächtliche Ruhestörungen sowie weitere Umweltschäden. Jan Weber, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der ausführenden Diamantwegstiftung, soll im Zusammenhang mit dem Ausbau sinngemäß gesagt haben, dass man hier das mache, was der Diamantweg schon immer machen wollte. Verzweifelt wenden sich der Vorsitzende des örtlichen Naturschutzbunds sowie einige verstörte Anwohner per E-Mail an den ersten Vorsitzenden der DBU Gantzhorn. In seiner Antwortmail lobt Gunnar Gantzhorn lediglich die gelungene architektonische Leistung beim Ausbau, meint, dass die Probleme mit den Kursteilnehmern ja wohl nicht so schlimm seien, um dann zu Lobgesängen auf die Karma-Kagyü-Tradition überzugehen. Die Anwohner dürfen froh sein, dass im Europazentrum in Immenstadt auch mal ein Besuch des 17. Karmapa Trinley Thaye Dorje zu erwarten sei, was einem Papstbesuch gleichkäme. Es folgt dann noch eine offensive Verteidigung der Person und des Wirkens Ole Nydahls inkl. diffamierender Bemerkungen über Kritiker dieser buddhistischen Schulrichtung. Die erhoffte Hilfe von der DBU bleibt aus.

Während der Rat der DBU schweigt oder aktiv Nydahl und den Diamantweg gegen Kritik verteidigt, nimmt Rechtsanwalt Weber im Verlaufe des Jahres 2017 mehrere Blogger im Auftrag Nydahls juristisch aufs Korn. Er verklagt sie, weil sie Kritisches zu Nydahl oder der Diamantweg-Bewegung berichten – u.a. geht es um die Schilderungen der eingangs zitierten Frau. Unter den Angegriffenen ist ein buddhistischer Mönch. Der wendet sich nach Drängen anderer Buddhisten mit der Bitte um Vermittlung an den Rat der DBU. Der Rat hört hierzu aber offenbar nur einseitig dem Diamantweg zu, verbreitet tendenziöse Informationen und leitet vertrauliche Dokumente, die der Mönch dem Rat zur Verfügung gestellt hatte, an den Diamantweg weiter. Der Diamantweg verwendet diese später vor Gericht gegen den Mönch. Ein ungeheurer Vorgang. E-Mails an den Rat in dieser Sache werden bis heute nicht beantwortet.

Es ist ein deutliches Muster erkennbar: Die DBU grenzt sich nicht nur nicht von den Machenschaften des Diamantwegs ab. Sie ergreift – vor allem auch in Person des ersten Vorsitzenden Gantzhorn – einseitig Partei für eine mindestens rechtspopulistische Gruppe innerhalb der DBU, die neben ihrer zweifelhaften politischen Ausrichtung offenbar auch sonst nicht gewillt ist, sich an Regeln zu halten. Zu besichtigen in Immenstadt.

Ist es einfach Unprofessionalität und Überforderung der allesamt ehrenamtlich tätigen Räte der DBU? Oder hat der Diamantweg in der DBU bereits das Sagen? Das jedenfalls behauptet eine Diamantwegaussteigerin vor wenigen Tagen in einem Blog-Artikel. Sie unterstellt, die DBU sei „mitgehangen, mitgefangen“ bereits Teil eines rechtsextremistischen Netzwerks. Plötzlich ist die Aufregung groß. Aber mal ehrlich, wenn man sich jahrelang zu rechten Parolen aus den eigenen Reihen nicht abgrenzt, muss man sich nicht wundern, wenn man sich in der öffentlichen Wahrnehmung plötzlich in derselben Ecke wiederfindet, in der sich die Parolenschreier eingerichtet haben. Die unterstellte Verstrickung ist die direkte Folge des fortgesetzten Schweigens der DBU und der einseitigen Parteinahme für diese Schreihälse.

Ein Nydahl-Schüler unkte bereits in einem Kommentar auf dem Blog von „Ursache & Wirkung“:

In der DBU war das weitaus größte Mitgliedsteil, die Stiftung Diamantweg, lange wegen der klaren Islamkritik von Ole Nydahl isoliert. Seit zwei Jahren ist das nicht mehr so, denn die Berechtigung der Kritik, dass der Islam den Menschen nicht befreit, sondern unterwirft, wird mehr und mehr erkannt.

Die DBU will eine Körperschaft des öffentlichen Rechts werden, mitreden und sich bei gesellschaftlichen Themen mit buddhistischen Standpunkten einbringen. Hier haben wir große gesellschaftliche Themen. Doch die DBU schweigt und überlässt sie Nydahl, der auf seine Weise auf Fragen zu Flüchtlingen und dem Islam antwortet und auch gern ungefragt agitiert – abgesehen von den vielen Entgleisungen, die im vorliegenden Artikel nur angerissen werden konnten.

Der Buddhismus in Deutschland ist auf dem besten Weg, seinen Status als friedliche Religion zu verlieren. Ole Nydahl und andere Lehrer stellen für uns Buddhisten mittlerweile die größte Gefahr dar. Sie ruinieren das gutes Ansehen des Buddhismus im Westen. Dem können wir nur begegnen, wenn wir aufhören, Missstände in den eigenen Reihen totzuschweigen. Man erinnere sich an die katholische Kirche, die jahrelang genau das versucht hat. Im Ergebnis hat ihr dieses Vorgehen später umso mehr geschadet.

Was wünschen sich die Mitgliedsgemeinschaften und Einzelmitglieder von der DBU? Eine klare Abgrenzung zu Hass und Hetze oder Parteinahme für den Diamantweg?
Wollen die Mitgliedsgemeinschaften und Einzelmitglieder der DBU ihre politischen Ziele, wie etwa Mitsprache und Anerkennung der Buddhisten in der Gesellschaft verwirklichen, wollen sie das gute Ansehen des Buddhismus als friedliche Religion bewahren? Oder wird am Ende die DBU zu einem Kulturverein von NPD und AFD?

Gastbeitrag von Gustav Toomer
letzte Änderung: 22.04.18 | 22:11 Uhr

Material zu DBU – BUND Immenstadt – Buddhismus Stiftung Diamantweg (Europazentrum)
Hintergrundartikel
Standpunkt
Islamisch-buddhistischer Dialog

Updates April-Juli 2018

Am 09.04.2018 sandte die Deutsche Buddhistische Union eine „Erklärung des Rates der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) zu umstrittenen Äußerungen von Lama Ole Nydahl“ an die DBU Mitgliedsgemeinschaften und ihre Delegierten. In dieser heißt es:

Der Rat der DBU hat in den vergangenen Wochen von verschiedenen Tatsachenbehauptungen und damit verbundenen Vorwürfen gegen Lama Ole Nydahl und den Buddhistischen Dachverband Diamantweg (BDD) Kenntnis erhalten, die sich auf öffentliche Äußerungen von Lama Ole Nydahl zu den Themen Zuwanderung und Islam und auf Kontakte zu rechten, fremdenfeindlichen Parteien beziehen.

Der Rat hat sich mit den hierzu entstandenen Fragestellungen auseinandergesetzt, einen Fragenkatalog zusammengestellt und dem BDD mit dem ausdrücklichen Wunsch nach einer Stellungnahme übergeben. Der BDD hat eine zeitnahe Beantwortung der Fragen zugesagt. Der Rat ist aktuell noch darum bemüht, sich ein Bild von der Situation machen, und bereitet eine Stellungnahme vor, die den DBU-Mitgliedsgemeinschaften und ihren Delegierten noch vor der MV zugesandt wird. Sofern eine Stellungnahme des BDD vor der MV vorliegt, wird auch diese versandt. Die Stellungnahmen des Rates und des BDD können dann die Grundlage für eine Aussprache auf der MV zu diesem Thema bilden.

Des Weiteren soll die allgemeine Verfahrensweise bei Beschwerden über Mitgliedsgemeinschaften oder deren Vertreter auf der MV diskutiert werden.

Der Rat wird zu den beiden oben genannten Punkten Änderungsanträge zur Tagesordnung der MV einbringen, um zu diesen Punkten auf der MV Beschlüsse fassen zu können.

Als Maxime des Handelns des Rates der DBU gilt uneingeschränkt: Die DBU steht als traditionsübergreifender Dachverband für die Vielfalt des Buddhismus in Deutschland. Die Mitglieder der DBU sind dem Grundgesetz, der Satzung, dem buddhistischen Bekenntnis und dem Leitbild der DBU verpflichtet.

Der Fragenkatalog des Rates der DBU vom 24.3.18 wurde vom BDD am 22.4.18 beantwortet.
Der 1) Fragenkatalog des Rates der DBU, 2) das Antwortschreiben des BDD sowie 3) die Stellungnahme Tenzin Peljors und 4) die Klarstellung der juristischen Fakten durch seine Anwältin (zu den im Antwortschreiben des BDD und von BDD Vertretern über ihn gemachten falschen Behauptungen), wurden den Delegierten vor der Mitgliederversammlung der DBU (27.–29.04.18) zugesendet.

In einer Mitteilung (Nr. 5-2018) (26. Juni 2018) vom Rat und Vorstand der DBU an die Mitglieder der Buddhistischen Gemeinschaft in der DBU und an die Mitgliedsgemeinschaften und Delegierten, teilt der Rat u.a. mit, dass Gunnar Gantzhorn als 1. Sprecher und Vorsitzender des Vorstands zurücktrat. Laut Mitteilung beruht „diese Entscheidung … in erster Linie auf gesundheitlichen und familiären Gründen. Alle Ratsmitglieder haben Gunnar Respekt für diese Entscheidung bekundet und dankten ihm für die in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit. Als Folge dieses Rücktritts wurde eine Neuwahl des Vorstands nötig. Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde Martin Hage gewählt. 2. Vorsitzender wurde Nils Clausen. Claus Herboth bleibt Mitglied des Vorstands und Schatzmeister. Der Vorstand wurde mit Felix Baritsch um ein 4. Mitglied erweitert.“ In Bezug auf das Antwortschreiben des BDD an den Rat der DBU vom 22.4.18 heißt es in der Mitteilung: „Der Rat wird unter Einbeziehung der diskutierten Grundlinien eine Stellungnahme innerhalb eines Monats verfassen.“

Die angekündigte, vierseitige, Stellungnahme des Rates der DBU wurde am 8. Juli 2018 via Email an die Delegierten der Mitgliedsgemeinschaften versandt. Während der BDD in Bezug auf „Differenzen und Streitigkeiten zwischen Buddhisten“ in seinem Antwortschreiben auf den Fragenkatalog der DBU „keine Alternative zur staatlichen Gerichtsbarkeit“ sieht, vertritt der Rat der DBU in seiner Stellungnahme den Standpunkt:

Aus Sicht des Rates ist eine rechtliche, insbesondere gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Buddhisten vollständig unerwünscht. Die Beteiligten sollten auf der Grundlage der buddhistischen Ethik alles tun, um einen Rechtsstreit zu vermeiden und eine gütliche Einigung herbeizuführen.

Am selben Tag wird ein Offener Brief an die DBU gesendet, den 137 Buddhist_innen unterschrieben. In ihm wird eine „fehlende klare und eindeutige Haltung der DBU-Führung“ beklagt und „eine klare und erkennbare ethische Haltung“ angemahnt. (Der Brief bezieht sich inhaltlich auf mehrere Themen („Rassismus, religiöse Intoleranz, sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch“) – wobei die ersten beiden Themen scheinbar bei Ole Nydahl / Diamantweg und die letzten beiden bei Sogyal Rinpoche / Rigpa verortet werden.)

Frank Hendrik Hortz, Delegierter der Einzelmitglieder, zitiert in einem Blog-Beitrag den 2. Vorsitzenden der DBU, Nils Clausen:

Ich weiß, dass in letzter Zeit vieles falsch gelaufen ist in der DBU und auch im Rat. Deshalb hat es auf der letzten Ratssitzung eine intensive und auch harte Diskussion über die Probleme gegeben und einige Beschlüsse, die hoffentlich zu einer anderen Ratspolitik führen werden. Es wurde auch ein neuer Vorstand gewählt, der gewillt ist, die Dinge anders zu machen.

Materialien, Analysen und Berichte

Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW)

Updates August 2018
Updates Sept. 2018
Updates Okt. 2018
Ole Nydahl hetzt, und die DBU schweigt

59 Gedanken zu „Ole Nydahl hetzt, und die DBU schweigt

  • 19. März 2018 um 14:29
    Permalink

    Bereits Anfang der 2000er Jahre war diese doch sehr undifferenzierte Auseinandersetzung mit dem Islam auf Veranstaltungen von Ole Nydahl höchst auffällig. Aber auf dieser Kennenlernveranstaltung, auf der ich seinerzeit war, war nicht nur das undifferenziert, auch die gemeinsame Abschlußmeditation wird mir in der Oberflächlichkeit ihrer Anleitung in Erinnerung bleiben…

    Undifferenziertheit hin, Undifferenziertheit her, für wichtiger als diese Debatte erachte ich eine kritische Auseinandersetzung mit dem Islam und eine Folgenabschätzung für die westliche Lebensweise und vor allem für die Lebensweise von gesellschaftlichen wie spirituellen Minderheiten.

    Ich fürchte, islamisch geprägte Mehrheitsgesellschaften werden eher dazu tendieren, ähnlich undifferenziert über Andersgläubige/Ungläubige zu urteilen wie Ohle Nydahl über sie.

    Und ich halte es für verfehlt (jenseits von O.N.) Vorbehalte gegen den Islam automatisiert mit Rassismus gleichzusetzen.

    Die wirklich drängende Frage ist meines Erachtens eher: Wie viel Toleranz wollen wir zugestehen der islamisch geprägten Intoleranz.

    Ich z.B. fühle mich sehr verbunden mit der islamischen Mystik und wir verdanken der islamischen Welt die Überlieferung sehr großer Teile des antiken Wissens und ich bewundere auch, welche Kraft dieses ganzheitliche (man könnte auch totalitäre sagen) Glaubenssystem auf Individuen und Gemeinschaften ausstrahlt, doch stelle ich ebenso fest: Es werden nicht wir sein, die den Muslimen den Weg in einen säkular geprägten, liberalen Islam weisen.

    Der liberale Islam mag unser Wunschbild sein, doch wie verzehrt dieses ist, zeigt sich doch allein schon an dem Zuspruch bzw. Widerstand, den islamische Glaubensgemeinschaften wie die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee erfahren (Frau Seyran Ates steht nicht erst seit gestern unter Polizeischutz).

    Und wie rasch ein laizistischer Staat (Türkei) kippen kann und welche Auswirkungen das dann zeitigt, bekommen wir ja nun täglich in Echtzeit vorgeführt.

    Antworten
    • 19. März 2018 um 14:46
      Permalink

      Eine kritische Auseinandersetzung mit den verschiedenen Formen des Islam (aber auch des Buddhismus, der Religionen, selbst den Wissenschaften etc), die nicht auf Zerrbildern, Feindseligkeit und falschen Informationen beruht, ist auch aus meiner Sicht erwünscht und notwendig. Nur, das was Ole als »Islam-Kritik« absondert ist keine vernünftige Auseinandersetzung. Meiner Meinung nach schürt und bedient er antimuslimische Ressentiments. Alfred Weil sagte 1997, zu diesem Zeitpunkt Sprecher der Deutschen Buddhistischen Union:

      Wir müssen aber gestehen, daß es andere Aussagen Oles gibt, die wir (nach wie vor) nicht akzeptieren können. Dazu einige Stichworte: Was den Islam betrifft, stimmt Oles Auffassung einfach nicht mit den Tatsachen überein. Wer nur etwas differenziert hinschaut, wird den Unterschied zwischen der Religion des Islam und seiner fundamentalistischen und menschenverachtenden Fratze nicht übersehen … Man darf es sich gerade in einer Zeit der Fremdenfeindlichkeit nicht leisten, ein falsches Bild immer wieder nachzuzeichnen und damit dumpfe Ressentiments zu schüren.

      Meines Erachtens ist das Bedienen und Schüren von Ressentiments seitens Nydahls noch wesentlich stärker geworden.

      Antworten
    • 23. März 2018 um 17:13
      Permalink

      @Stefan: Ich weiss, was du meinst; die politisch korrekte Zensur der SJWs macht da vieles nur schlimmer, weil man sich da immer so belogen & manipuliert fühlt.
      Allerdings: Ich glaube wir haben da ein kulturelles, nicht religiöses Problem. Deswegen glaube ich nicht, dass Probleme mit primär islamisch geprägten Kontingenten von einer offenen Diskussion religiöser Inhalte zwischen Weltanschauungsvertretern profitieren, selbst intern. Da ist eben jeder mit seiner eignen kleinen Datenbank plus Gefühlen auf seinem eigenen Trip… Genauso wenig hilfreich wäre es die AfD zu verstehen zu suchen, in dem man ‚Mein Kampf‘ studiert.
      De fakto haben die meisten Religionen Schriftgut zur Grundlage, was dem ‚aufgeklärten Mitteleuropäer,‘ salopp gesagt, wie hanebüchener Schwachsinn vorkommt. Aber erst wenn sich frustrierte Kontingente innerhalb dieser Kulturgemeinschaften solche Sachen greifen & zur Axt machen, wird daraus potentiell ein Drama.
      Ergo ist es viel besser diese Sachen als kulturelle Herausforderungen zu betrachten, am besten als vorübergehende, zu einem guten Teil nachvollziehbare, bei denen ein Teil sehr großer, vielschichtiger Gruppen sich, meist für eine bestimmte Zeit, in eine Sorte Opposition zu gesellschaftlichen Werten begibt, die ‚Konflikt‘ auf die Stirn tätowiert haben. Kommt dann das erste Kind & eine mögliche Festanstellung, ist auch das wieder vorüber.
      Tendenziell hat sich eher bewährt, sich an die gut erreichbaren Leute innerhalb solcher fragilen Kulturgemeinschaften zu wenden – meist die, die man sowieso kennt oder mit denen man irgendwas gemeinsam hat, wie die Arbeit, und das Gemeinsame herauszustreichen, so wie auch die eigenen Anteile zu reflektieren. Konkreter: Die allermeisten Muslime in unseren Gesellschaften sind hier mit den normalen guten Absichten einer Jobsuche & entsprechenden Hoffnungen hergekommen. Diese Absicht zählt insofern unter ‚gut‘ als dass sie gewillt ist unter ungewohnten Bedingungen harte Arbeit für eine und in einer fremden Kultur zu leisten. Das ist eine einschüchternde, oft demütigende Situation mit zu vielen Herausforderungen gleichzeitig. ‚Der deutsche Staat‘ hat das nicht so erkannt – ok, der hat ja auch noch andere Sachen zu tun und das sind keine Wählerstimmen – & eine Weile lief das auch gut genug. Irgendwann ist dann aber Zahltag.
      Plötzlich sind da große Gruppen von Leuten mit viel Potential, die kategorisch von den Möglichkeiten dieser Gesellschaft ausgeschlossen sind und das jeden Tag abkriegen. Aber die haben eben andere Möglichkeiten.
      Das alles sind aber nur Anteile von einer Konditionierung, die hauptsächlich in bestimmten Lebensphasen und Konstellationen laut werden. Wie Frust ebenso ist.
      In vieler Hinsicht, für viele Menschen aus dem islamischen Kulturraum, ist ein ganz normales Leben in einer Gruppe von vielen in Deutschland nicht weiter weg als für die durch pädagogische Ideologien verkorksten Kinder ‚bildungsnaher Schichten‘. Familienbewusstsein, klassische Werte, wie Respekt oder echte Wertschätzung von Chancen, sowie die Großstadtkompetenzen des lateralen Denkens und dem breiten Erfahrungsspektrum zwischen verschiedenen Denkansätzen, sind zum Beispiel Vorteile dieser Gruppen. Islam ist dabei gerade so (un)wichtig, wie Christentum für Weihnachten. Das interessiert im Grunde kaum jemand; zur Not tut man mal eben schnell so.
      Das Wichtigste im Umgang mit kulturbedingt gewaltaffinen Gruppen ist es eine großflächige pro-militante/gegengesellschaftliche Solidarisierung unter ihnen zu verhindern. Das darf aber wirklich nicht passieren, denn da geht leicht für Generationen was kaputt. Dafür wiederum ist es das Wichtigste, dass die Meisten von denen erstens zu viel durch pro-Gewalt zu verlieren hätten. Zweitens, im Nachgang, dann noch, dass sie auch eher mit den Werten dieser Gesellschaft durch tatsächlich existierende menschliche Kontakte & Konditionierungen verbunden sind.
      Was den öffentlichen Raum angeht, so ist bzgl den verfehdeten Parteien also eher eine Nachbarschaftsleistung gefragt, als besonders reine Religion oder Politik. Die sind Privatsache. So sind wir zumindest mit Moslems über die letzten tausend Jahre in vielen Settings ganz gut, ich würde sogar sagen, meist zu gegenseitigem Gewinn, ok klargekommen. Und ebenso mit Leuten, die sich plötzlich als ‚rechts‘ einsortiert sehen, weil ihr Häuschen per Zufall neben einem Asylantenheim steht oder ihr Kind auf der Schule in Neukölln ist und nicht, wie die ‚Entscheidungsträger‘ irgendwo am Starnberger See.

      Antworten
      • 19. August 2018 um 06:25
        Permalink

        »dem islamischen Kulturraum«
        Und wo soll dieser Kulturraum verortet sein, falls er in dieser Abgegrenztheit jemals existiert haben sollte…?

        »Das Wichtigste im Umgang mit kulturbedingt gewaltaffinen Gruppen ist es eine großflächige pro-militante/gegengesellschaftliche Solidarisierung unter ihnen zu verhindern.«
        Dem stimme ich zu, insbesondere, wenn es um völkischen Nationalismus in Mitteleuropa geht…
        ;)

  • 20. März 2018 um 12:01
    Permalink

    Ich war drei Jahre lang in einem Zentrum des Diamantenwegs. Mir fiel schnell auf, dass Ole Nydahl jede Veranstaltung, an der ich teilnahm, nutzte, um sich gegen den Islam zu stellen. Auch bei Treffen von Diamantlehrern war der Islam Thema. Ich fand das traurig und völlig undifferenziert. Aus diesem Grund habe ich auch das Zentrum verlassen. Mir sind das zu viele negative Einflüsse, die nichts mit Liebe und Mitgefühl zu tun haben. Der Dalai Lama hat sich zu den Religionen eindeutig geäußert und das sollte unser Vorbild sein und nicht die DBU. Der Diamantwegbuddhismus von Ole Nydahl hat eine sehr große Macht. Nicht nur in Deutschland sondern in vielen Ländern der Welt. Das wird sehr professionell im Internet verbreitet. Interessiert man sich für den Buddhismus, sind überall die Verlinkungen ganz oben. Man kommt immer wieder zu den Zentren. Es ist viel Geld da, die Zentren sind toll ausgestattet und auch das zieht viele junge intellektuelle Leute an. Ich kann sagen, ist man drin, wird genau geschaut, wer die „Fähigkeiten“ besitzt. Das ist ganz subtil und man erkennt es an kleinen Dingen. Der Kreis bleibt unter sich. Er gibt wenig Alte oder Kranke. Es gibt auch keine wohltätige Aktivitäten. Schönheit spielt eine große Rolle, denn es ist ein gutes glückliches Zeichen. Man bleibt für sich und lässt sich nicht gerne reinschauen. Jungen Leuten gefällt die junge Gemeinschaft mit Partys und einiges an Alkohol.

    Antworten
    • 20. März 2018 um 17:10
      Permalink

      Danke für Ihren Beitrag.
      Es ist sehr wichtig, dass Menschen solche Erfahrungen und Beobachtungen teilen.

      Ich erlaube mir mal ausführlicher zu „antworten“, vor allem um ein paar Punkte tiefer anzubohren und die Diskussion zu erweitern.

      1) Marketing

      Eigentlich haben die kontroversesten buddhistischen Organisationen auch das beste Marketing, ob das die NKT, Triratna, Rigpa oder eben Diamantweg ist. Es liegt mE im Missionsgedanken begründet, spiegelt aber auch die Zurückhaltung seriöserer Gemeinschaften wieder nicht an „vorderster Front“ sein zu wollen. Bei einigen seriösen Zentren mag es auch am Mangel an Engagement, Einsicht in die Notwenigkeit oder Mangel an professionellen Strukturen liegen, in jedem Fall überlassen sie das Feld weitgehend dem Diamantweg und der Neuen Kadampa Tradition, die wiederum genau wissen, wie man gutes Marketing und SEO betreibt.

      Der Diamantweg ist zudem eher „aggressiv“ mit der Aquirierung von Domains und seinem Alleinvertretungsanspruch. Soweit mir bekannt, erzählte mir Herbert Rusche, hatte die DBU den BDD aufgefordert, die Domain http://www.buddhismus.de der DBU zu übergeben. Der BDD habe sich geweigert. Dann übergab eine Gruppe um Dagyab Rinpoche die Domain http://www.dharma.de der DBU, damit sie eine bessere Domain hatten. Nun haben sie http://www.buddhismus-deutschland.de Das Phänomen der aggressiven Domain Akquise habe ich hier beschrieben: https://info-buddhismus.de/lama_ole_nydahl.html#Internetauftritte

      Dort steht aber nicht alles. Die Inhaberin von http://www.buddhismus-potsdam.de habe mindestens 2x einen Anruf vom BDD erhalten, ihnen doch die Domain zu übergeben. Das finde ich schon ein starkes Stück – aber eben auch sehr beschreibend: aggressiv-grenzüberschreitend, den anderen eher perplex zurücklassend und dann eigene Ziele in der Desorientierung (dem Überrumpeltsein des anderen) durchsetzen – das scheint mir ein (Erfolg bringendes) Grundmuster zu sein. (siehe auch Beispiel Immenstadt).

      Die Tatsache, dass sich der BDD die große Mehrzahl relevanter Domains / Websites mit Buddhismus usw. gesichert und man dadurch ja unweigerlich beim Diamantweg landet, wenn man sich über Buddhismus online informieren will, wäre auch eine Sache, die die DBU angehen sollte. Es wäre ein Verhandlungspunkt mit dem Diamantweg, dass sie diese Domains freigeben. In Österreich, dort ist die Österreichische Buddhistische Religionsgemeinschaft (ÖBR) als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt – wo die DBU noch hin will – wurde beschlossen, dass keine Gruppe der ÖBR Domainnamen verwenden kann, die suggerieren, man würde eine ganze Tradition oder gar den Buddhismus vertreten. Das wurde auf der Basis buddhistischer Ethik, nämlich der Rechten Rede, die Wahrheit auszusprechen und nicht zu lügen oder zu täuschen, beschlossen. Der Diamantweg in Österreich soll die einzige Gruppe gewesen sein, die sich nicht daran hielt. Dann hat die ÖBR darauf bestanden, dann kam es zu Gerichtsverfahren und am Ende lenkte – kurz vor Ablauf eines Ultimatums zum Rausschmiss – der Diamantweg doch noch ein. (Mir liegen dazu etliche Unterlagen vor, zusammengefasst ist das hier: https://info-buddhismus.de/lama_ole_nydahl.html#Austria

      Die ÖBR hat das mE richtig gemacht. Der DBU fehlt soweit ich es sehe dazu leider im Moment Mut, Klarheit, Einsicht und Geradlinigkeit.

      2) Wer geht zum DW?

      Der Nydahl Schüler Burkhard Scherer beschreibt die Diamantweg-Bewegung als eine „lockere, aufgedreht-gesellige und manchmal recht hedonistisch anmutende Aufmachung des Tibetischen Buddhismus für eine vorwiegend privilegierte Gefolgschaft (= weiß, heterosexuell, körperlich ohne Behinderungen, körperlich normativ, junges bis mittleres Alter, der Mittelklasse angehörig)“

      https://info-buddhismus.de/lama_ole_nydahl.html#neo

      3) Intelligente Leute beim DW

      Das war für mich immer das größte Wunder. Erfolgreiche Leute aus dem Mittelstand, Anwälte, Ärzte, Journalisten etc. Es überrascht mich, weil auf inhaltlichem Niveau ist da scheinbar eher nicht besonders viel Intelligentes was angeboten wird. Hingegen findet man häufig intellektuell tief Fliegendes (2 Beispiele dazu nachfolgend – es gibt bei weitem mehr – interessantes Bsp hier). Es sind scheinbar eher Muster von identitätsstiftender Elitegruppe (mit Hang zum Stolz, Nationalismus und Herabblicken auf alles andere), fokussiert auf einen charismatischen Macho-Guru, zusammengeschweißt durch ein (mehr oder weniger) gemeinsames Feindbild (Islam, Flüchtlinge), die den Zusammenhalt zu formen scheinen. Andererseits, Ole ist authentisch im Sinne, dass er meist zu sprechen scheint, was er denkt. Für ein „verbogenes“ Mittelklasse-Publikum (Menschen, die mit political correctness erzogen wurden und immer aufpassen müssen was sie sagen) mag dieser „Mut“ eben zu sagen was man denkt, eine Art heilenden Effekt zu haben. (Gut, ist natürlich komplexer, aber nach einem Gespräch mit einer Anhängerin aus der Mittelklasse und mit guter Ausbildung erschien mir das einer der vielen Motive zu sein, die anziehend oder auch bis zu einem gewissen Grade „heilend“ wirken können.)

      3.1. Lehrinhalte Beispiel Karma:

      https://www.lama-ole-nydahl.de/fragen/?tag=karma_allgemein

      Dort heißt es: „Weil diese Sichtweise das ganze Drama rausnimmt und weil Buddha kein strafender, richtender, urteilender oder schöpfender Gott ist, ist der Buddhismus sehr entspannt auf der Ebene der Ethik.“

      Hossa, stimmt so nicht. Buddha war ziemlich klar in Bezug auf Ethik. Da kann ich endlos viele Zitate zu geben. Die Behauptung von Nydahl Buddha sei entspannt gewesen mit der Ethik, lässt sich hingegen nicht belegen! Gerade weil Handlungen Folgen haben, ist es so wichtig auf Handlungen zu achten, daher hat der Buddha Ethik sehr betont! Sie wurde wieder und wieder als die Grundlage allen spirituellen Wachstums beschrieben, aber klar, man soll auch nicht fanatisch an ihr kleben, aber eben auch nicht nachlässig sein …

      Zudem ist es subtil herabsetzend gegenüber an Gott Glaubende und erhöhend der eigenen Religion gegenüber was er da von sich gibt, finde ich: ach die Uncoolen dort, wir sind ja so viel entspannter (und besser).

      Dort heißt es auch:

      „Was für einen Körper man bekommt: Einen glück- oder einen leidbringenden.
      In was für ein Land man geboren wird: In ein furchtbares, wie es viele gibt in der dritten Welt, Afrika, Teilen von Asien, usw. oder in ein angenehmes wie in Nordeuropa oder Nordamerika.“

      Wow! Das muss man sich mal auf dem Geist zergehen lassen!
      Das ist nicht was der Buddhismus sagt. Afrika ist kein aus sich heraus „glück- oder ein leidbringendes“ Land noch Deutschland, Dänemark etc. Menschen können sehr unglücklich in dem einen oder anderen, sehr arm oder reich in dem ein oder anderen, Zugang zu Spiritualität in dem ein oder anderen Land haben. Hier ist der Dharma mit Schwarz-weiß-Bildern, Zerrbildern, wenn nicht Rassismus gefärbt.

      Diese Behauptung scheint zudem einen polarisierenden und nationalistischen Touch zu haben. Es gibt genauso in Asien oder Afrika glückbringende Menschengeburten.

      3.2. Lehrinhalte Beispiel Frauen:

      In „Fragen an den Lama« antwortet Nydahl auf die Frage »Ist der Entwicklungsweg zur Erleuchtung für Frauen und Männer gleich?“ u.a.:

      „Wenn man den gesamten Weg sieht, ist es so, dass Frauen den leichteren Einstieg haben, da die meisten Lehrer heute Männer sind. Das muss aber in Zukunft nicht mehr so sein. Heute können sich die Frauen in den Lehrer verlieben und dadurch, dass sie dann völlig auf ihn ausgerichtet sind, viel aufnehmen und sich schnell entwickeln. Männer dagegen müssen zunächst den anderen genau prüfen. Da ist immer ein bisschen Konkurrenz dabei. Daher ist es für Männer am Anfang schwieriger. Außerdem haben die Frauen aufgrund ihrer gebenden, weichen Art einen Vorteil, während Männer häufig Aggressionen zeigen und andere schützen müssen. Zu irgendeiner Zeit sind bei den Frauen allerdings immer noch ganz feine Anhaftungen geblieben – vielleicht an Mann, Kind; Familie etc. Der Mann, der immer ein bisschen Kind bleibt, immer spielerisch bleibt, kommt daher am Ende gut durch, da er besser loslassen kann.“

      http://www.lama-ole-nydahl.de/fragen/

      Wie kann denn so etwas eine halbwegs intelligente Person befriedigen?
      Wäre ’ne Fleiß-Forschung für sich, das alles zu eruieren…


      Update Mai 2018: Kleiner Nachtrag zur Differenzierung des Begriffes »Karma« sowie dessen Bedeutung und Kontext, hier Zitate von Bhikkhu Analayo https://www.facebook.com/peljortenzin/posts/1892696480991061
      https://www.facebook.com/peljortenzin/posts/1899661796961196

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  • 25. März 2018 um 12:12
    Permalink

    Es reicht! Es reicht zwar schon lange, aber jetzt muss endlich etwas geschehen. Von den Medien wird Nydahl als Vertreter des Buddhismus wahrgenommen, auch weil seine Organisation Mitglied der DBU ist. Damit muss Schluss sein. Jedem ernsthaft praktizierenden Buddhisten (und jedem einigermaßen klar denkenden Menschen) ist bewusst, dass Nydahls Äußerungen mit buddhistischem Denken und buddhistischer Praxis absolut nichts zu tun haben. Ganz zu schweigen von dem mangelnden Respekt vor anderen Gruppen und der Tradition, wenn Hannah Nydahl in der Werbung für den als „Doku“ getarnten Propagandastreifen als „Mutter des Buddhismus“ tituliert wird.

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    • 10. April 2018 um 00:50
      Permalink

      Hi Bernhard, die DBU reagierte nun. Siehe Abschnitt am Ende des Postes unter »Update April 2018«.

      Antworten
  • Pingback: Lama Ole Nydahl: »Nehmt ihr das Mikrofon weg!« – Kritisches Nachfragen nicht erwünscht – Buddhismus auf Abwegen

  • 21. April 2018 um 11:03
    Permalink

    HINWEIS: Eintrag aktualisiert am 5.07.18

    Kleine Statistik vs Mythen:

    Irgendwie hat sich (wieder mal) ein (recht hartnäckiges und oft wiederholtes) Gerücht verbreitet, der Diamantweg sei der größte Beitragszahler der DBU.

    ZU DEN FAKTEN

    Die Einnahmen der DBU aus Mitgliedsbeiträgen setzen sich wie folgt zusammen (Quelle: DBU-Schatzmeister, Stand April 2018):

    • 84% durch Mitgliedsbeiträge der Einzelmitglieder (BG)
    • 16% durch Mitgliedsbeiträge der anderen Mitgliedsgemeinschaften

    Ingesamt

    • 2,1% betragen dabei die Mitgliedsbeiträge des Buddhistischen Dachverbands Diamantweg (BDD)
      [Von den 16% der Mitgliedsbeiträge der anderen Mitgliedsgemeinschaften, entfallen 13% (3.500€) auf den BDD und 87% auf die restlichen Mitgliedsgemeinschaften (also abzüglich BDD und BG).]

    Die Einzelmitglieder zahlen also bei weitem am meisten und der Diamantweg recht wenig ein. Laut einem Offenen Brief des damaligen DBU Rats und zuvor Vorstandsmitglieds der DBU, SoGen Ralf Boeck, vom 2.5.2013 sind es weniger als 70ct/Mitglied:

    …der BDD [zahlt] nicht nur eine prozentual deutlich geringere Beitragserhöhung als die anderen Mitgliedsgruppen; diese Erhöhung ist auch noch gedeckelt. Der BDD zahlt weniger als 0,70 € pro Mitglied – in meiner Gemeinschaft sind es z.B. 4,50 €; bei der dieses Jahr neu aufgenommenen Gemeinschaft sogar 15,00 €. Hier wollten wir schon letztes Jahr endlich mehr Beitragsgerechtigkeit herstellen – die Delegierten haben uns dabei auf Betreiben des BDD die Unterstützung versagt. Ich habe von den Delegierten des BDD wiederholt die Aussage gehört, sie bräuchten die DBU eigentlich nicht. Das mag stimmen, aber auch umgekehrt wird ein Schuh daraus: die DBU braucht den BDD nicht. Deren nun auch noch auf 3.500 € gedeckelter Beitrag macht nicht einmal 0,8 % der Einnahmen der DBU aus.

    Es gibt noch ’ne andere Behauptung, nämlich die, der Diamantweg stelle mehr als die Hälfte der Mitglieder der DBU.* Nun das kommt darauf an, wie man zählt:

    Die Fakten sind:

    Mit Stand April 2018 hat die Deutsche Buddhistische Union (DBU), der größte Dachverband von Buddhisten in Deutschland, 63 Mitgliedsgemeinschaften mit insgesamt 19.330 Einzelmitgliedern. Der BDD ist eine dieser 63 Mitgliedsgemeinschaften in der DBU. Die mitgliederstärkste Gruppe in der DBU ist die »Buddhistische Religionsgemeinschaft« (BG) mit 6.240 Mitgliedern. Der Diamantweg (BDD) folgt an zweiter Stelle in der DBU mit 5.500 Mitgliedern. (Quelle: Geschäftsstelle der DBU | weitere Details 09/2017)

    Die BG stellt also 32,3% der Mitglieder in der DBU, der Diamantweg (BDD) 28,5% und die anderen Gemeinschaften stellen 7.590 Mitglieder, also 39,2%.

    Zählt man die ca. 4.000 assoziierten Mitglieder der BG, die nicht beitragspflichtig sind und denen keine mitgliedschaftlichen Rechte zustehen, aus der o.g. Statistik heraus, kommt die DBU laut DBU-Schatzmeister auf 15.375 Mitglieder (April 2018). Der DBU-Schatzmeister gibt für den BDD 5.400 Mitglieder und die BR 2.224 Mitglieder an (April 2018). Bei dieser Zählweise, wäre der BDD die mitgliederstärkste Gruppe der DBU.

    Insgesamt gibt es laut REMID 270.000 Buddhisten in Deutschland. Der Diamantweg macht bei 5.500 Mitgliedern dann 2,04% der Buddhisten in Deutschland aus.

    Die Angabe der Anzahl der Zentren des BDD, die Jan Weber vor Gericht machte, ist übertrieben. Er behauptet „Weltweit wurden vom Antragsteller über 700 buddhistische Meditations- und Studienzentren gegründet. In Deutschland existieren hiervon rund 170.“ 170 Zentren! Wenn man der BDD Seite jedoch glauben schenkt in dem was sie darstellt, ist die Anzahl der Zentren in Deutschland in dieser Angabe Jan Webers vor Gericht um mehr als 100% übertrieben, denn es sind (nach Eigenangabe): 80 »Buddhistische Zentren« sowie 67 »Buddhistische Gruppen« und 10 »Buddhistische Kontakte.


    * Vor dem Landgericht Mannheim behauptet Jan Weber, Geschäftsführer der Buddhismus Stiftung Diamantweg und Ole Nydahls Anwalt, der Diamantweg stelle über die Hälfte der Mitglieder der DBU (das wären >50%). Jan Weber: »Innerhalb der Deutschen Buddhistischen Union e.V., des Dachverbandes der deutschen Buddhisten aller Schulrichtungen, stellt der BDD e.V., in dem die Mitglieder der vom Antragsteller gegründeten Zentren zusammengeschlossen sind, über die Hälfte der Mitglieder.«

    Antworten
  • 30. April 2018 um 14:00
    Permalink

    Gibt es igendwelche Neuigkeiten oder Entwicklungen der Mitgliederversammlung der DBU?

    Antworten
    • 30. April 2018 um 14:05
      Permalink

      Ja. Habe aber zugesagt, nichts dazu auf meinem Blogs oder Facebook zu schreiben und halte mich daran.

      Antworten
      • 30. April 2018 um 14:42
        Permalink

        Fair enough. Danke für die Info.

      • 30. April 2018 um 15:22
        Permalink

        Über die Delegierten der Gemeinschaften, die anwesend waren, kann man Infos erfragen.

  • 5. Mai 2018 um 15:43
    Permalink

    Der DBU-MV-2018 Bericht ist noch nicht online. Den könntest, würdest, du denn kommentieren ? – ( falls du dabei warst, mein ich ) – Oder ? – mfg ()

    Antworten
    • 5. Mai 2018 um 16:30
      Permalink

      Also, die Abmachung war, dass nichts von dem was bei der MV gesagt wurde justiziabel im Nachhinein gegen eine Person verwendet werden kann (einige hatten Angst frei zu sprechen was sie denken). Außerhalb der DBU MV, wer Aussagen macht, die nachweislich falsch sind, kann dafür natürlich juristisch verantwortlich gemacht werden.

      Samstagabend gab ich spontan den Diamantwegvertretern die Zusage, nichts von dem was wir da besprochen haben (an dem Abend) auf Blog oder Facebook zu kommentieren. (Notfalls frage ich noch mal die 2 Räte, die neben mir saßen an dem Abend über diese Zusage – wie weit gefasst sie sie verstanden haben.) Es gibt also mE noch Spielraum für mich zu berichten – vor allem über strukturelle und inhaltliche Problematiken, die mit der DBU selbst zu tun haben.

      Allerdings, ich würde es vorziehen, dass andere Buddhisten Zeugnis ablegen und berichten. Mit freundlichen Grüßen, t

      Antworten
  • 10. Mai 2018 um 10:24
    Permalink

    Danke ! Eine Zusage „vier Augen“- Gespräche nicht zu kommunizieren, ist natürlich korrekt. Ich warte derzeit auf den Bericht zur MV auf der DBU Website. Dass Leute allein offener Worte wegen justiziabel bedroht werden oder sich bedroht fühlen müssen, ist ein indiskutabler Umstand, und ich mag auch hoffen, dass Zusagen nicht dazu benutzt werden Intransparenz fortzuführen. Der Machtanspruch des DM wird wohl unterschätzt, obwohl er doch schon seit Jahrzehnten Verdrängungsarbeit leistet ?!

    Antworten
    • 10. Mai 2018 um 11:49
      Permalink

      Nun, es waren keine “vier Augen” Gespräche – die es allerdings auch gab, aber die sind eh vertraulich für mich.

      Es entstand gegen Samstagabend ein gewisses Maß an Offenheit und Ehrlichkeit. Diese nach außen “zu verkaufen” um Kritik zu üben, halte ich für inkorrekt.

      Der BDD schrieb ja in Antwort auf den DBU Fragenkatalog „Es gibt keine Alternative zur staatlichen Gerichtsbarkeit, wenn man sich gegen üble Nachrede und Verleumdungen zur Wehr setzen will.“ – und in der Tat äußerten Delegierte im Vorfeld Ängste, sich bei der MV offen zu äußern. Das wurde aber durch den angenommenen Antrag – wie oben beschriebenen – aufgefangen.

      Es besteht aus meiner Sicht durchaus eine Gefahr, wenn nicht über die MV und dort zu Tage getretenen unheilsamen Machtstrukturen offen – und vielleicht auch öffentlich – diskutiert wird, dass sich unheilsame Machtstrukturen im Rat der DBU / in der Führung der DBU (wie eine ungesunde Mischung aus ungehemmter Parteilichkeit des 1. Vorsitzenden für den BDD, Fraktionszwang, Geheimhaltung, Intransparenz, Loyalitätsforderungen Seiten des BDD und aktive + aggressive Einschüchterung + Diffamierung kritischer Stimmen) im Rat der DBU fortsetzen und verfestigen.

      Positiv war, das genau diese unheilsamen Machtstrukturen sich teilweise am Freitagabend in voller Wucht manifestierten und ca 55-65 Delegierte Zeugen dieser Verwerfungen wurden. Ich fühlte mich Freitagabend in meine “Sektenzeit” in 2 buddhistischen Gruppen zurück versetzt. Ein anderer Delegierter meinte, die DBU MV war für ihn so, als wäre versucht worden, 200 Jahre Aufklärung zurückzurollen. (Diese Einschätzung basierte noch auf anderen Dingen wie das Vertreter von Organisationen die in strukturelle sexualisierte Gewalt, Machtmissbrauch etc involviert sind oder für die Sex zwischen Lehrer und Schüler völlig ok ist, sich als Aufklärer über Missbrauch inszenieren durften, tlw die Gelegenheit nutzend, die Geschichte ihrer Organisationen massivst schönzureden (Munisha / Triratna) während weder Zeugnisse von Opfern verlesen noch Fach-Psychologinnen gehört wurden. Dh Mittäter, Mitverantwortliche für Missbrauch, die meist völlig ohne jedes kritische Selbstgewahrsein ihrer Anteile in institutionalisiertem Missbrauch sind, “klären” die Delegierten zum Umgang mit Missbrauch auf. Ein starkes Stück!)

      Aus meiner Sicht, hat der BDD, eine von 63 Mitgliedschaften der DBU, den Rat via Gunnar Gantzhorn, via Einschüchterungstaktiken, aggressiven Verhaltensmustern, die eben schon in Klammern genannten Muster + Konsensprinzip im Griff. Dass eine Mitgliedsgemeinschaft, die nur 2% der Mitgliedsbeiträge der DBU bezahlt, sich derart stark und unkritisch mit dem 1. Vorsitzenden der DBU verbünden konnte und ungehemmt eigene Interessenpolitik zu Lasten des Buddhismus in Deutschland oder Kritiker mit mE berechtigten Anliegen betreiben kann, spricht mE Bände. Ja, diese meine Einschätzung und Wahrnehmung – die auch andere teilen – stützt auch was du hier schreibst “Der Machtanspruch des DM wird wohl unterschätzt, obwohl er doch schon seit Jahrzehnten Verdrängungsarbeit leistet ?!”

      Nicht öffentliche Diskussion ist wohl eher der Fortsetzung solch unheilsamer Muster, weiterem Schaden von spirituell Suchenden sowie des guten Rufes des Buddhismus in Dtl als auch der Einschüchterung kritischer Stimmen förderlich.

      Andererseits sollten mE einige Räte und Delegierte mitbekommen haben, das etwas grundsätzlich nicht stimmt. Die Frage ist, wie gehen sie damit um? Das selbe gilt für die Zeugen der (denkwürdigen) Ereignisse / die Delegierten. Hier haben ALLE Verantwortung.

      Der Eröffnungsabend am Freitag stand ganz unter dem Motto “Shot the Messanger” und setzte die Machtpolitik des BDD im Rat fort indem Kritiker als das Problem herausgearbeitet, diffamiert und aggressiv attackiert wurden. Das sich das so am Ende nicht durchsetzen konnte, ist wachen Delegierten zu verdanken – und einigen wenigen Räten, die dem auferlegten “Fraktionszwang” abgelegt hatten oder ablegten.

      Die problematischen Macht-Verwerfungen innerhalb der Führung der DBU wurden offenbar, ob sie konstruktiv und heilsam gelöst werden, hängt von den Räten, Delegierten und Multiplikatoren ab.

      Antworten
  • 11. Mai 2018 um 11:08
    Permalink

    Übel. Gab es denn wenigstens brauchbare Resultate aus Anträgen & Abstimmungen ? Nächste Wahl von Ratsmitgliedern ist ja erst ’20.

    Antworten
    • 11. Mai 2018 um 12:00
      Permalink

      Ja. Es gab brauchbare Resultate. zB wurde die Intransparenz – bedingt durch Geheimhaltung, Fraktionszwang, Informationskontrolle [durch “an sich reißen” von Aufgaben] etc (soweit ich diese Strukturen verstehe) – etwas aufgesprengt, durch Beschluss, dass ein Delegierter der Einzelmitglieder von nun an Gasthörer bei allen Ratssitzungen ist, dass Ergebnisprotokolle mit Begründungen der Entscheidungen für Mitgliedsgemeinschaften (oder deren Delegierten?) einsehbar sind.

      Dass Ethik Charta AG und Struktur AG wieder ihre Arbeit aufnehmen inkl Ansprechpartner, wurde auch beschlossen.

      Wenn ich es richtig verstand, war der 1. Ratsvorsitzende offensichtlich der Meinung, ein Dachverband müsse keine Stellungnahmen zu wichtigen gesellschaftlichen Ereignissen abgeben. Auch das wurde verworfen und die MV beschloss, dass das gemacht werden soll (sofern ich mich recht erinnere gab es dazu einen Beschluss) – auf jeden Fall wurde klar, dass Stellungnahmen zu relevanten Themen durch die DBU von den Mitgliedsgemeinschaften gewünscht sind und als nötig erachtet werden – auch wurde diskutiert wie man das machen kann etc.

      Da es im Positiven tatsächlich eine Öffnung in der Kommunikation gab, erschien es scheinbar (so meine Interpretation) Sonntag nicht nötig – oder besser wie ein Rückschritt oder unangemessenen – den Antrag darauf, dass Mitglieder sich untereinander nicht verklagen sondern zuvor miteinander sprechen oder Mediation suchen – zur Abstimmung zu bringen. Also wurde der Antrag zurückgezogen. Zu dem Zeitpunkt fand ich das auch ok. Im Nachhinein denke ich, das war keine gute Idee. Der BDD macht ja unmissverständlich in seinem Antwortschreiben an die DBU klar, dass er nicht auf gerichtliche Mittel verzichten will. Ein Einlenken, zuvor das Gespräch zu suchen, habe ich bisher nicht erkannt. Außerdem wurden gleich nach der MV schon wieder falsche Informationen (Lügen) über mich verbreitet. Dh die Drohung juristische Verfahren an den Hals zu kriegen sowie mittels Einschüchterung, Verdrehung von Tatsachen, Manipulation oder gar Lügen weiter geschädigt zu werden, steht für jeden Kritiker des BDD oder von Herrn Nydahl weiter im Raum. Wie dieses Vorgehen mit Leitbild und Satzung in Einklang zu bringen ist, sehe ich nicht.

      So, es bedarf aus meiner Sicht noch Justierungen und neuer Beschlüsse – wahrscheinlich auch Satzungsänderungen, die das temporäre Ruhenlassen von Mitgliedschaften ermöglichen – aber trotz kranker, verwirrender, sektenhafter Dynamiken, Täter-Opfer Umkehr etc., gab es auch allerhand Gutes.

      So gut wie fast alle mit denen ich nach der MV sprach oder E-Mails austauschte, hatten zu tun, diese DBU MV zu verdauen und zu verarbeiten. Auch während der MV berichteten Leute von Schlaflosigkeit etc.

      Mein Lichtblick war das Gespräch nach der MV mit ner ganz normalen nicht-buddhistischen Person. Es war ne Wohltat einfach mal nem klar denkenden Menschen zuzuhören, der nix verdreht, nicht manipuliert, einen Standpunkt hat, ohne an dem zu kleben.

      Es gab auch auf der MV solche Menschen, die klar denken und sich entsprechend klar und deutlich äußerten, mir erschienen sie aber nicht in der Mehrheit. Aber immerhin gab es sie und das freut mich sehr.

      Ich war danach dann eher ernüchtert und bezweiflte, ob die Buddhisten in der DBU wirklich die derzeitigen Probleme lösen können. Eigentlich schloss ich für mich mit “vergiss es”. Allein schon wie die Mitglieder sich von Munisha von Triratna haben täuschen lassen und ihr diese Gelegenheit zur Täuschung und Verdrehung des strukturell vorhanden Missbrauchs / sexualisierter Gewalt / Geschichte TBO gegeben wurde, empfand ich als (ekelhaftes) Trauerspiel.

      So, nun habe ich mich also doch etwas geäußert. Denke aber das ist im Rahmen der Vereinbarungen und meiner Zusage. Natürlich, alles nur meine Sicht und Erinnerung ist immer fehleranfällig. Daher, unbedingt noch andere Delegierten befragen.

      Vielleicht äußert sich aber noch die/der ein oder andere Delegierte … Korrekturen, Kontext, Kritik, Ergänzungen, Perspektivenwechsel immer willkommen …

      Antworten
  • 11. Mai 2018 um 11:56
    Permalink

    Ps: Frage: so bezeichnet „Tantrische Verbindung“ wird doch als EINE Rechtfertigung für sex. Lehrer-Schüler- Beziehung betrachtet und. deswegen wohl auch, ohne es direkt auszusprechen, so verteidigt. Sollten sich die tibetischen Gruppen hierzu nicht einigen, was hier geht, was nicht geht ? Schliesslich ist das doch alles öffentlich. Ich meine manche Sachen stellen einfach eine Gefahr dar: Durch die öffentliche Wahrnehmung wird Rassismus, Diskriminierung von Religion eine Gefahr für Buddhisten, genau wie (sex.)“tantrische Verbindung“ so als verm. reg. Aspekt buddh. Praxis. Verstehst du was ich meine ? Freundliche Grüsse.m.a.

    Antworten
    • 11. Mai 2018 um 12:31
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      Beim Tantra – oder einer „tantrischen Verbindung“ – geht es ja nicht um Sex. Auch basiert die Nyingmapa Linie nicht auf Sex zwischen Lehrer und Schüler – wie auf der DBU MV behauptet wurde. Für fortgeschrittene Adeptinnen – nicht monastische – gibt es Methoden, die sexuelle Vereinigung zu nutzen, um bestimmte innere subtile Energie-Winde zu kontrollieren und im Zentralkanal / unzerstörbaren Tropfen etc aufzulösen. Da darf aber keine Körpersubstanz verloren werden. Das ist zudem enorm fortgeschrittene Praxis. Natürlich braucht man dazu dann eine/n GefährtIn, das kann jede geeignete ebenso tantrisch praktizierende Person sein, oft heiraten beide auch, leben zusammen. Die Idee man müsse mit dem eigenen Lehrer Sex haben, wenn man einer tantrischen Linie folgt, halte ich für völlig absurd.

      Beispiele und Erklärungen, die mir bisher bekannt sind, zeigen auf: solch eine Person wird durch 1) Träume, 2) Visionen, 3) guru, 4) Rituale aufgezeigt und gefunden. Alles ziemlich komplex – im Gegensatz zu dem was man hier im Westen so hört. Ich bin da auch kein Experte. Was ich dazu weiß steht grob hier https://info-buddhismus.de/Tibetischer_Buddhismus.html#_ftn40

      Dr Nida hat ein Buch herausgegeben, das er explizit den Opfern von sexualisierter Gewalt widmet. Vorwort kommt von einem Tibetologen. Wen das Thema interessiert, wird es wohl lesen müssen: https://perfumedskull.com/2018/04/01/the-yoga-of-bliss-a-foreword-to-dr-nida-chenagtsangs-new-book-on-tibetan-buddhist-sexual-yoga/

      Nach oder vor der Lektüre müsste man Wissen über Dynamiken sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch erwerben, das alles gut reflektieren und mit klar denkenden Person diskutieren etc damit überhaupt ne vernünftige Basis für ne saubere Evaluation vorhanden ist. Auch Experten (Tibeologen, renommierte buddhistische Meisterinnen und Psychologen mit Expertise sexualisierte Gewalt) sollten gehört werden.

      Das wird wohl auf die Ethik AG zukommen.

      Im Moment kommt Aufklärung eher via Presse, hier von Mechthild Klein für den Deutschlandfunk, die Prof Sobisch befragte: http://www.deutschlandfunk.de/irrtuemer-ueber-tantra-wie-kam-der-sex-in-den-buddhismus.886.de.html?dram:article_id=416860

      Antworten
  • 11. Mai 2018 um 18:23
    Permalink

    Sorry. Deine ausführliche Antwort von um 12 Uhr habe ich erst jetzt wahrgenommen. Danke dafür! Da es hinsichtlich der Bekundung von Rassismus, Islamfeindlichkeit und Diskriminierung durch den DM anscheinend keinen Beschlüss und den Beschluss eines öffentliches Statements gab-das muss ich aber noch mit unserem Vorstand abgleichen- ( das „der Dachverband“ sich deutlich distanziert, halte ich für zwingend notwendig), ist der Austritt unserer Sangha warscheinlich. Das ist keine gute Lösung, aber durch Mitgliederbeiträge unterstützt man ja eine quasi unhaltbare Situation und die „Plattform DBU“ die hier benutzt wird den Interessen einer einzelnen Organisation zu dienen.
    Ps: Danke für die Link ect. Den Podcast finde ich allerdings das Gegenteil von hilfreich. Er legitimiert doch eine „Sache“ oder ‚Aspekt‘ der andererseits als Rechtfertigung dient für sexuelle Beziehung zw. Lehrern und Schülern und dem Verleugnen von Missbrauch.

    Antworten
    • 11. Mai 2018 um 19:03
      Permalink

      Nein, es gab keinen offiziellen Beschluss oder Stellungnahme seitens der DBU Delegierten noch des Rates. Die DBU hat aber wohl ne Menge Einzelmitglieder wegen DW und Umgang DBU Rat mit den Sachen verloren. Wenn ich das recht erinnere, mehr als 100, die das wohl auch explizit begründeten. Aber das hier sind nur grob Erinnerungen. Muss genauer geprüft werden.

      In der Tat sagten danach Leute, die DBU wird sich nur ändern, wenn der gegenwärtige Kurs weh tut, finanziell durch Mitgliederaustritt. Hier muss jede Gemeinschaft bzw Einzelmitglieder genau prüfen. Dass die DBU MV mehr oder weniger „geheim“ gehalten – nicht öffentlich diskutiert – wird, erschwer das kritische Prüfen sicher. Andererseits können die Delegierten der Gemeinschaften bzw die Delegierten der Einzelmitglieder Bericht erstatten.

      In jedem Fall wünsche ich euch ne weise Entscheidung!

      Antworten
  • 11. Mai 2018 um 18:55
    Permalink

    Ps:1.) Das hat der Sprecher sicher nicht gewollt, spiegelt m.E. aber eine Beobachtung, dass sehr viele gar nicht informiert sind über unheilsame Tatsachen oder Vorgänge in diversen Gruppierungen in der Vergangenheit oder Jetzt (und die Art wie diese damit umgehen) – 2.) Würdest du sagen dass ein Ordinierter derzeit auf irgendeiner Ebene mit der DBU zusammenarbeiten kann ? – im Kontext massiver Diskredition und Abfälligkeit….mein.ich.

    Antworten
    • 12. Mai 2018 um 00:46
      Permalink

      1) was hat welcher Sprecher nicht gewollt? 2) sicher (Diskreditierung geht zudem nur von 2 von 11 Räten aus soweit mir bekannt)

      Antworten
  • 13. Mai 2018 um 12:53
    Permalink

    1.) Prof. Sobisch ( und M.Klein durch die Veröffentlichung im Dt.Funk) weckt mit seinem Ausdruck womöglich weitergehend ein spez. Interesse. 2.) ‚Schlechter Umgang‘.Oder ? Finde ich schon.

    Antworten
    • 13. Mai 2018 um 14:01
      Permalink

      Danke.
      1) es ist wichtig die Fakten und Kontext klar zu benennen. Das macht Prof Sobisch. Transformation von Sinnesvergnügen und sexueller Aktivität existiert nun mal im Tantra und macht auch seine spezielle Stärke als auch Gefahr aus. Man muss ein gehöriges Maß an Loslassen oder Entsagung haben um Anhaftung wirklich transformieren zu können wie es im Tantra erklärt wird. Wenn das fehlt, wird es ein Pfad um immer mehr Anhaftung zu trainieren. Deshalb wird es ja auch ein gefährlicher Pfad nur für Wesen mit höchster geistiger Kapazität genannt 2) Ja, schon schlechter Umgang, auch kranke Struktur, aber Dialog und Streben nach Veränderung (sofern fruchtreich) ist besser als „beleidigter Rückzug“ ;-)

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  • 13. Mai 2018 um 15:19
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    Da hast du mich missverstanden. Lüge, Herabsetzung (Verachtung), Feindseeligkeit und Gier sind doch eben unheilsame Dhamma und ich erkenne in deiner Beschreibung der Tatumstände keinerlei Transformation (und auch nicht den Wunsch dazu).

    Antworten
    • 13. Mai 2018 um 16:34
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      Ach so. Meinst du keine Transformation „in der DBU“ bzw. bestimmten Menschen in der DBU?

      Wenn ja, nun Transformation setzt Einsicht voraus und die entsteht iR nicht ad hoc und hat ihr eigenes individuelles sowie bedingtes Tempo. Da setze ich eher auf Geduld und langen Atem bzw Leute, die zu Veränderungen beitragen können.

      Die Frage ist glaube, was sich langfristig durchsetzt und das hängt wieder von jedem Einzelnen ab.

      Antworten
  • 14. Mai 2018 um 14:32
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    Die „Transformation“ die sich anhand Selbstgewahrsein abspielt. Nenn es Satipathana. ( Zen ist im günstigsten Falle Shikantaza (& Mushutoku) denn auch Satipathana).
    Einsicht scheint ja nun so gar nicht vorzuliegen. Braucht man nicht drüber reden. Wie wäre sonst die Diskreditierung von Sangha möglich ? Systematisch aus einer Ecke heraus die auch noch den Ton angeben will…
    (Ich bitte dich: „Keine andere äussere Ursache, ihr Mönche, führt zu so grossem Unsegen wie schlechter Umgang“ A.I. 18. ) ….Aus einer Orga heraus die als „Dachverband dt. Buddhisten und BuddhistInnen“ auftritt.“Die DBU“ repräsentiert „dich“ und „mich“. Scheint aber irgendwie kaum einem aufzufallen.

    Ist noch Zeit auf indiv. Einsichten zu warten ? „Die Ecke“ blockt doch auch BuddhistInnen die sich engagieren woll(t)en und trotz x Aufforderungen lädt sie auch keine „Fachleute“ direkt eine Ethikcharta zu erarbeiten…
    Und Herr Sobisch und Frau Klein machen, bei all dem Missbrauch, währenddessen unbedarft die Öffentlichkeit aufmerksam auf etwas von dem der Dalai Lama sagt, er kenne keine/n der qualifiziert dazu wäre?! / – Das erzähl einer Narzissten. – Alles Gute.Freundliche Grüsse.m.a.

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  • 28. Mai 2018 um 20:55
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    Voraussetzung für diese offene Auseinandersetzung war, dass nichts, was in der Diskussion gesagt wurde, nach außen berichtet werden sollte, und dafür im Gegenzug der BDD von juristischen Angriffen gegen Diskussionsteilnehmer aufgrund von auf der MV getätigten Äußerungen absehen wird.

    Also wenn ich mich recht erinnere, stimmten wir ab, dass nichts was in der Versammlung gesagt wird, juristisch gegen die Person verwendet werden kann. Wer aber außerhalb etwas sagt, dass sich als falsch, verleumderisch usw herausstellt ist natürlich juristisch haftbar. Es gab den Vorschlag seitens Diamantweg, alles unter Vertraulichkeit zu stellen, dem widersprachen aber ein paar Leute und es dauerte eine Weile bis die Formulierung für die Selbstverpflichtung entstand, über die dann schließlich abgestimmt wurde.

    Für jemand wie mich klingeln alle Alarmglocken, wenn Aufklärung nötig ist und totale Vertraulichkeit und Nicht-Öffentlichkeit verlangt wird. Aber da war ich nicht der einzige, deshalb wurde der Vorschlag des BDD zu totaler Vertraulichkeit infrage gestellt und ein sanfterer Vorschlag gemacht und über den schließlich abgestimmt. Soweit ich mich erinnere ist der Stand:

    Wir hatten vereinbart, dass nichts was vor Ort gesagt wird juristisch gegen einen verwendet werden kann, wer aber außerhalb etwas Falsches behauptet etc. ist natürlich juristisch belangbar. Gunnar fügte hinzu, dass generell MVs eine Form der Vertraulichkeit haben.

    Lustiger Weise eruiere ich das Thema gerade, weil selbst Munisha ihren Talk auf einer „privaten“ Veranstaltung gegeben haben will – obwohl sie offiziell eingeladen war und einen öffentlichen Vortrag auf der DBU MV hielt. Ich denke hier muss unbedingt das Protokoll eingesehen werden. Die Meinungen auch in meinem Umfeld gehen hier weit auseinander. Habe schon das Protokoll bzw. den Beschluss diesbezüglich angefragt. Ist nicht unwichtig.

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    • 28. Mai 2018 um 21:01
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      PS: Und aus dem Grund, das es mE KEINE Selbstverpflichtung gab gar nix zu sagen, machte ich ja am Samstagabend spontan die Zusage an die DW Vertreter, nichts zu sagen was wir an dem Abend besprachen. Das sich öffnende Gespräch begann nämlich damit, dass Unsicherheit entstand, dass ich was sie sagen oder wir besprechen dann vom mir in der Öffentlichkeit zitiert und seziert wird. Weder die Zweifel der DWler noch meine Zusage an sie machen Sinn, wenn es eine generelle Verschwiegenheitsklausel gegeben hätte …

      Aber wie gesagt, die Meinungen gehen diesbezüglich mittlerweile weit auseinander und nun hilft nur noch das Protokoll mit den niedergeschriebenen Beschlüssen.

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  • 30. Juli 2018 um 23:35
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    Am 23. Juli 18 ist das Protokoll der DBU MV vom April versendet worden. In Bezug auf Vertraulichkeit MV heißt es im Protokoll:

    2.5 Vertraulichkeit
    Vorstand und andere weisen darauf hin, dass die Sitzung nichtöffentlich ist und schon deshalb Vertraulichkeit besteht.

    Niemand muss befürchten, wegen Äußerungen in der Versammlung gerichtlich belangt zu werden.
    Dennoch soll das beschlossen werden.

    Beschlussantrag:
    Der Raum der MV ist nichtöffentlich und vertraulich. Wir sichern zu, dass niemand wegen Äußerungen in der Versammlung rechtlich angegriffen wird.

    Das Protokoll der DBU MV ist 46 Seiten stark und enthält auch die Eröffnungsrede von Gunnar Gantzhorn und Michael Ritman. Zu Gunnars Rede werde ich mich ggf noch äußern.

    Einen kleinen Überblick zur DBU MV bietet der Newsletter der Einzelmitglieder: http://www.frank-hendrik-hortz.de/blog/may-17th-2018

    Einen ausführlicheren kritischen Blick bietet SoGen Ralf Boecks Analyse hier: https://www.buddhismus-deutschland.de/wp-content/uploads/SoGen-Bericht-1.pdf

    Den Vortrag Munishas zu Safeguarding und ihr Versuch die Geschichte von Triratna / FWBO und eine Kultur, die zu sexueller Gewalt führte, schönzufärben, habe ich in einem kritischen englischen Post aufgearbeitet:

    Antworten
  • 8. August 2018 um 12:16
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    Es gibt mehrere Updates:

    Recherchen zweier Journalisten führten zu einem längeren, kritischen Artikel zu Ole Nydahl im Zusammenhang mit von ihm neu gemachten Aussagen während des gegenwärtigen Sommerkurses im Europazentrum des Diamantwegs in Immenstadt.

    Details:
    https://m.augsburger-allgemeine.de/bayern/Wie-ein-buddhistischer-Populist-Tausende-ins-Allgaeu-lockt-id51832616.html

    Die Aussage, die Nydahl getroffen haben soll: „Andere hatten Hitler und Stalin, wir haben den Islam. Das ist alles dasselbe.“¹ führt zu Entsetzen lokaler Politiker:

    LAMA LÖST EMPÖRUNG AUS

    Reaktionen: Oberallgäuer Politiker sind über islamfeindliche und rechtspopulistische Aussagen entsetzt und fordern eine Prüfung, ob es sich um strafbare Volksverhetzung handelt. Staatsanwaltschaft leitet Verfahren ein…

    Details:
    https://www.pressreader.com/germany/allgäuer-zeitung-kempter-tagblatt/20180808/281505047041329

    In einer Pressemeldung heißt es:

    Immenstadt (Lkr. Oberallgäu): Die Staatsanwaltschaft Kempten hat Ermittlungen gegen den Buddhisten-Prediger Lama Ole Nydahl eingeleitet. Grund ist die Aussage des Vertreters des Diamantweg-Buddhismus vor mehr als 1.000 Zuschauern: „Andere hatten Hitler und Stalin, wir haben den Islam. Das ist alles dasselbe.“¹ Bei einem Sommerkurs im Europazentrum der Diamantweg-Buddhisten in Immenstadt hatte sich der 77-Jährige Nydahl außerdem mehrfach abfällig über den Islam geäußert und rechte politische Bewegungen gelobt. Man „überprüfe derzeit die strafrechtliche Relevanz“ der Äußerungen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Kempten, Susanne Fritzsche, dem Bayerischen Rundfunk.


    ¹ Wichtiger Hinweis und Korrektur: Ole Nydahl hat das so, wie von der Augsburger Allgemeinen wiedergegeben, nicht gesagt. Deshalb habe ich es am 17.10.18 durchgestrichen. Was er wirklich gesagt hat, entnehme man bitte folgender Stellungnahme von Ole Nydahl vom 15.10.18. (Eine kurze Kritik zu Aspekten der Stellungnahme habe ich hier geschrieben.)

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  • 8. August 2018 um 13:45
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    Hat der gute Ole mit seiner Unbekümmertheit mal wieder ein paar Triggerpunkte bei denen, die sich so leicht und gerne triggern lassen, getroffen?

    Hitler, Stalin, Islam – und das alle in einem Atemzug, das geht ja gar nicht…

    Aber jetzt mal Spaß beiseite: Der Nationalsozialismus war eine politische Religion, die sich nur wenige Jahre frei entfalten konnte. – Der Islam ist eine politsche Religion, die sich seit rund 1400 Jahren entfalten und tradieren kann.

    Von Hitler gibt es ein in diesem Zusammenhang interessantes Zitat: ‚Wer den Nationalsozialismus nur als politische Bewegung versteht, hat fast nichts von ihm verstanden.‘

    Ähnliches müßte man bei Lichte betrachtet über den Islam sagen: Wer den Islam nur als religiöse Bewegung versteht, hat fast nichts von ihm verstanden.‘

    Beides sind totalitäre Weltanschauungen, totalitär in dem Sinne, daß sie den Menschen ein in sich geschlossenes Weltbild vorgeben. – Das ist kaum mehr als eine Feststellung, es ist keinesfalls eine Verhetzung, eher schwingt da so etwas wie Neid oder Sehnsucht mit, der Westen, wenn er ehrlich zu sich wäre, müßte sich ja eingestehen, daß es das ist, was ihm verloren gegangen ist und woran er schwer krankt.

    Für die Erfüllung einer solchen Sehnsucht steht ja nicht zuletzt auch der Diamantweg oder all die vielen anderen Wege, auf die sich Westler begeben, begeben und dafür sehr häufig die vermeintlichen Errungenschaften ihrer westlichen Kulturen hintenanstellen, wenn nicht gar verneinen.

    Ich für meinen Teil empfinde es als äußerst merkwürdig, daß wir im Verbindung mit dem Islam andauernd über Regel-Ausnahme-Fälle diskutieren, von denen man nicht auf den Islam als solchen schließen könne, ihn gewissermaßen mit Samthandschuhen anfassen, aber zugleich unsere eigene Geschichte nehmen mit harter Eisenfaust in den Griff.

    Aus der eigenen Geschichte lernen, heißt auch, Analogien sehen lernen, gelingt dies nicht, verkommt die ganze Aktion zu einem weiteren sinnlosen Ritual.

    Antworten
    • 8. August 2018 um 14:15
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      Hi Stefan.

      Ganz kurz nur. Mir sind einige deiner Kommentare bissel zu anstrengend, weil sie so vieles Vermischen ohne wirkliche Klarheit in den Details zu haben, das produziert dann aus meiner Sicht wilde Theorien, die mE weder erleuchtend noch einleuchtend sind.

      Hier wieder nur kurz eine Korrektur, die gleichzeitig darlegt wie spekulativ-uninformiert du tlw vorgehst.

      Du behauptest der Nationalsozialismus sei eine „politische Religion“. Dafür lieferst du keine seriöse Quelle oder Begründung. Das Zitat – selbst wenn es stimmen sollte – belegt die Behauptung grundsätzlich nicht.

      Im Gegensatz dazu hat Hitler selbst seine Bewegung als rein wissenschaftlich beschrieben und mahnte an, kultische Akte / Religionen den Kirchen zu überlassen:

      Kulturtagung on September 6, 1938:

      National Socialism is a cool and highly reasoned approach to reality based upon the greatest scientific knowledge and its spiritual expression … Above all, National Socialism is a Volk Movement in essence and under no circumstances a cult movement! […] For this reason, the infiltration of the movement by mystically inclined researchers into the otherworldly cannot be tolerated. They are not National Socialists, but something else—certainly something with which we have nothing to do. […] Cult-like acts are not our responsibility, but that of the churches.⁴¹

      https://info-buddhism.com/Nazis-of-Tibet-A-Twentieth-Century-Myth_Engelhardt.html#Construction

      Dh nicht, dass seine Nazi Bewegung nicht pseudo oder quasi religiöse Züge aufwies.

      Genauso wenig wie das Nazitum eine Religion war oder Hitler ein religiöser Führer, war Stalin oder der Stalinismus religiös. Beides waren atheistisch-materialistische Bewegungen. (Dasselbe gilt für den Massenmörder Mao.)

      Aus der Geschichte zu lernen heißt erstmal gut informiert zu sein, differenzieren zu können, sich auf Fakten zu stützen, kluge Argumente zu haben und treffende Schlussfolgerungen schließen zu können.

      Es ist keine „Regel-Ausnahme“, dass die Mehrheit der Muslime friedlich sind. Das ist ein Fakt. Genauso, wie es ein Fakt ist, dass es Menschen (Muslime) gibt, die den Islam / wörtliche Auslegung des Koran als Begründung für Gewalt und Terror nutzen.

      Habe leider keine Zeit mich näher mit deinem Kommentar zu beschäftigen. Das nur auf die Schnelle nachdem ich ihn kurz überflog und basierend auf dem was du sonst hier so geschrieben hast.

      Der Begriff „politischer Islam“ ist umstritten:
      https://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-11/politischer-islam-csu-parteitag-leitantrag

      Du verwendest ihn nicht sondern sprichst von „politischer Religion“, was wohl auf das selbe hinausläuft.

      Generell soll und kann man den Islam kritisieren! Aber bitte informiert und differenziert. Zumindest solange du dich auf meinem Blog als Gast bewegst. Dieser Blog dient der Aufklärung primär über buddhistische Themen.

      Danke!

      Antworten
      • 8. August 2018 um 14:30
        Permalink

        Lieber Tenzin,

        ich wollte aus meinem Kommentar keine Doktorarbeit machen, bitte verzeih.

        Sehr zu empfehlen in diesem Zusammenhang:

        Rüdiger Sünner – ‚Die schwarze Sonne‘

        Dennis de Rougemont – ‚Journal aus Deutschland‘

        Letzterer hat als Zeitzeuge in Frankfurt einer ‚Parteikundgebung‘
        beiwohnen ‚dürfen‘:

        „Ich habe verstanden.
        Das hier kann nur durch eine besondere Art des Erschauerns und des Herzklopfens verstanden werden –währenddessen der Geist klarsichtig bleibt. Ich empfinde jetzt das, was man wohl heiligen Schrecken nennen muß.
        Ich hatte gedacht, an einer Massenveranstaltung teilzunehmen, an einer politischen Kundgebung. Aber sie zelebrieren ihren Kult! Und dabei wird eine Liturgie abgehalten, die große sakrale Zeremonie einer Religion, der ich nicht angehöre und die mich überrollt und mich mit sehr viel mehr Kraft, sogar physischer Kraft zurückdrängt als all diese schrecklich strammen Körper.
        Ich bin allein, und sie sind eine Gemeinschaft.“

        Und mit Verlaub:

        Wie politisierbar der Islam ist,
        sieht man nicht zuletzt an den Vorgängen in der Türkei.

        Aber lassen wir das, wahrscheinlich an der Zeit,
        sich aus der Diskussion zurückzuziehen.

        Noch einmal danke für die vielen Links.

      • 8. August 2018 um 14:45
        Permalink

        Hi Stefan,

        Wie politisierbar der Islam ist,
        sieht man nicht zuletzt an den Vorgängen in der Türkei.

        Das selbe gilt für den Buddhismus oder andere Religionen. Ole nutzt scheinbar das Kalachakra Tantra, um sein Feindbild Islam zu nähren, zu rechtfertigen und Schüler da mit reinzuziehen.

        In Sri Lanka und Burma gibt es auch Buddhisten, die Aussagen in buddhistischen Schriften nutzen, dass es (angeblich) karmisch nicht so schwerwiegend sei Nicht-Buddhisten (also „Ungläubige“!) zu töten, um Gewalt gegen Muslime oder Hinduisten zu rechtfertigen. (Kann dir dazu genaue Quelle geben. Im Moment habe ich nur Handy zur Verfügung, da Rechner in Reparatur ist und so ist genaue Recherche in meinen Materialien schwerer bis unmöglich.)

        Jede Religion, jede Theorie, jede Ideologie lässt sich politisch missbrauchen.

        Lg t

  • 9. August 2018 um 14:18
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    Noch ein paar Nachträge, die bei der recht oberflächlichen Diskussion mit dir Stefan bisher leider untergingen:

    Kurz vor dem Vergleich von Hitler und Stalin mit dem Islam habe Nydahl laut Augsburger Allgemeinen unmissverständlich formuliert: »Hätte ich Stalin oder Hitler getroffen, ich hätte sie erschossen.«

    Nydahl habe zudem geraten schießen zu lernen, um sich gegen den Islam zu wappnen.

    Siehst du das im Kontext und betrachtest mögliche Schlussfolgerungen im Geist indoktrinierter oder naiv hingebungsvoller Anhänger, kann jemand daraus schlussfolgern, es sei richtig Muslime zu erschiessen – die Summe der Aussagen kann in diese Richtung verstanden werden.

    Die Staatsanwaltschaft Kempten teilt mit: »Die Staatsanwaltschaft Kempten hat ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet, um zu prüfen, ob Äußerungen mit strafrechtlicher Relevanz gefallen sind. Unter anderem wird zu prüfen sein, ob der Straftatbestand der Volksverhetzung verwirklicht wurde.« (Stand 9. August 2018) Das hat sicher nichts mit Hysterie zu tun, denn dafür muss es konkrete Anhaltspunkte geben.

    Ein weitere Aussage, die Nydahl laut einem Leserbrief gemacht haben soll:

    Der Islam ist die größte Bedrohung für unsere Zivilisation …, das sind Menschen wie Bomben.

    https://www.pressreader.com/germany/allgäuer-zeitung-kempter-tagblatt/20180809/281578061487737

    Nochmal!

    Die Kombination von Aussagen:

    „Hätte ich Stalin oder Hitler getroffen, ich hätte sie erschossen.“
    „Andere hatten Hitler und Stalin, wir haben den Islam. Das ist alles dasselbe. “¹

    Sollten diese tatsächlich so und wie angegeben zeitnah nacheinander gesagt worden sein, könnte man dies meiner Meinung nach als Rechtfertigung für das Ermorden von Muslimen oder gar als verdeckten Mordaufruf interpretieren. Diese Betrachtangsweise findet Stütze in Zusammenhang mit der Aufforderung, sich mit dem Gebrauch von Schusswaffen vertraut zu machen und Oles Antwort – laut AA – auf die Frage, wie man sich gegen den Islam wappnen könne, als er vor hunderten Zuhörern gesagt haben soll: Learn how to shoot (Lerne zu schießen).

    Es wird nicht besser, wenn man seine Wikinger Affinität u.a. Details betrachtet. Genau genommen stößt man auf immer bedenklichere Aussagen, Handlungen und Verknüpfungen. Ich hoffe die Staatsanwaltschaft ermittelt sorgfältig!!!

    Hier noch ne bedenkliche Info (bedenklich, wenn man vom Standpunkt sub-Botschaften her denkt und was er damit non-verbal kommuniziert):

    In der vergangenen Woche veröffentliche das Europecenter ein Photo des geistigen Führers. Sein T-Shirt zeigt den dänischen Sagenhelden Holger Danske. Der Legende nach wartet die Figur schlafend in ihrem Schloss auf den Tage an dem sie gerufen werde, um mit Schild und Schwert die Nation gegen äußere Feinde zu verteidigen. Ob Ole Nydahl diese Zeit gekommen sieht? Man darf es vermuten: Das Shirt trägt auf englisch die Aufschrift »Ruf des Holger«.

    https://allgaeu-rechtsaussen.de/2018/08/08/waffenaffiner-buddhistischer-fuehrer-wettert-gegen-den-islam/

    Last and least: Bayrischer Rundfunk:
    Umstrittener Hitlervergleich: Ermittlungen gegen islamkritischen Buddhisten aus Immenstadt

    https://www.br.de/nachrichten/schwaben/inhalt/ermittlungen-gegen-islamkritischen-buddhisten-aus-immenstadt-100~amp.html

    Aber warten wir nun das staatsanwaltschaftliche Vorgehen ab.

    Hier ist dann noch Stellungnahme BDD: https://docs.diamantweg-buddhismus.de/Stellungnahme_BDD_Buddhistischer_Populist_LamaOleNydahl.html

    Hier eine des EC: http://europe-center.org/offener-brief-politik-kultur-presse-im-allgau/


    ¹ Wichtiger Hinweis und Korrektur: Ole Nydahl hat das so, wie von der Augsburger Allgemeinen wiedergegeben, nicht gesagt. Deshalb habe ich es am 17.10.18 durchgestrichen. Was er wirklich gesagt hat, entnehme man bitte folgender Stellungnahme von Ole Nydahl vom 15.10.18. (Eine kurze Kritik zu Aspekten der Stellungnahme habe ich hier geschrieben.)

    Antworten
  • 17. August 2018 um 08:24
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    Lieber Tenzin, hast Du es zu deiner Lebensaufgabe gemacht zu versuchen Ole Nydahl und seine Arbeit zu diskreditieren? Glücklicherweise sind die Versuche bisher ja nur in Grenzen erfolgreich. Sicherlich wirst Du einige der „Gutmeinenden“ um Dich versammeln können, die die Hetze gegen einen weltweit anerkannten buddhistischen Lama mit Dir geniessen werden. Außerdem wirst Du sicherlich viel Zuspruch aus dem Moscheen in unserem Lande erfahren. Wie tolerant der Islam ist, zeigt ja schon der Umgang von Mohamed mit Andersdenkenden. Sie wurden von ihm massenhaft abgeschlachtet. Dieses findet sich auch im Koran wieder. Ungläubige sind zu versklaven oder zu töten. Außerdem nicht zu vergessen, dass M. eine sechsjährige geheiratet hat und mit 9 wurde sie von ihm vergewaltigt. Oder denkst Du, dass es einvernehmlicher Sex war? In anderen Kulturen nennen die Menschen dieses nun Kinderehen. Ich nenne es Kindesmissbrauch und Vergewaltigung. Ist es nicht Aufgabe eines Menschenfreundes und buddhistischen Lehrers dieses zu benennen und zu verurteilen? Ole Nydahl macht es unermüdlich und das verdient m.E. den größten Respekt. Solltest Du die o.g. Dinge tolerieren wollen? Sollte sich die absurde Idee, dass Ole Nydahl ein rechtsradikales Netzwerk aufbaut wirklich in deinem Bewusstsein einnisten, muss ich ja „glauben“, dass Du ein Teil der weltweiten islamischen Verschwörung bist, die die Scharia in Europa einführen will. Bleib etwas entspannt und trink einen guten Roten mit dem Lama.

    Antworten
    • 17. August 2018 um 09:38
      Permalink

      Lieber Michael, wie kommst du darauf ich würde Ole Nydahl diskreditieren?
      Ich diskreditiere Ole nicht und das ist auch nicht meine „lebenslange Aufgabe“.

      Was ich bis Juli 2017 gemacht habe, war einfach die kritischen Stimmen zu Ole Nydahl zu sammeln und sie dem interessierten Leser auf http://www.info-buddhismus.de zur Verfügung zu stellen. Der nach kritischen Informationen Suchende, wird diese sicher nicht im Diamantweg hören und auch außerhalb (zB Online) war da nicht viel zu finden. Dafür hat der BDD zugespitzt formuliert „’ne gut geölte PR Machine“, weiß sich also gut in der Öffentlichkeit zu präsentieren, und soweit mir bekannt oder von mir beobachtet, sind Oles Schüler oder Anwälte aktiv Kritik zu minimieren. Das ist ja schön für sie, wenn sie sich so toll darstellen können. Aber, es ist aus einer Außenperspektive auch recht einseitig.

      Menschen, die Buddhismus suchen, und wegen der Internetpräsenz (SEO) des BDD dann zuerst bei Ole Nydahl / BDD landen und sich fragen, was bestimmte geäußerte Ansichten von Ole oder seiner Reiselehrer mit Buddhismus zu tun haben und dann online recherchieren um mehr dazu herauszufinden, habe ich einen Service angeboten, mit den gesammelten kritischen Stimmen, ihre Erfahrungen einzuordnen und sie damit in ihrer Unterscheidung zu unterstützen, ob die Diamantweg-Bewegung bzw. Ole Nydahl, das ist, was sie wirklich suchen. Man kann sich nun mal nur umfassend und fair informieren, wenn auch kritische Informationen zur Verfügung stehen. So, das ist schlicht ein vernünftiger Service aus meiner Sicht und hat nichts mit „diskreditieren“ zu tun – also den Ruf eines anderen bewusst oder gezielt zu schädigen.

      Du unterstellst mir offensichtlich sogar Hetze. Kannst Du das belegen, was ist Hetze und wie findet die sich bei mir wieder? Der Vorwurf hat mit Dir aber nicht mir zu tun. Es ist an Dir Deinen Vorwurf zu belegen? (Kannst du ihn nicht belegen, bist du es der mich diffamiert oder ggf verleumdet.)

      Natürlich hat Mohammed nachdem er Mekka verließ und nach Medina ging dort und nachfolgend Gewalt ausgeübt. Das kann man aufzeigen und kritisieren. Kein Problem. Deine verallgemeinernde Logik ist allerdings nicht schlüssig, weil Mohammed in dieser Lebensphase Gewalt ausgeübt hat, sei der ganze Islam (ergo alle Muslime) nicht „tolerant“ (implizierend, gewalttätig). Diese Behauptung wird durch die Tatsache widerlegt, dass die breite Mehrheit der Muslime in Frieden leben und nicht alle Andersdenkenden abschlachten oder zu Muslimen machen. Wie Ole verallgemeinerst du, differenzierst du nicht und schürst daher potenziell Feindbilder und Angst und im schlimmsten Fall Hass.

      Bitte belege mit verlässlichen Quellen, dass Mohammed „eine sechsjährige geheiratet“ habe und diese mit „9 wurde sie von ihm vergewaltigt“ wurde. Sollte es stimmen, finde ich das auch nicht richtig. Allerdings, andere Zeiten, andere Normen. Das Heiraten von sehr jungen Mädchen (Kindern) war soweit mir bekannt auch in Indien und andernorts üblich. Es ist eine kulturelle Sache und keine des Islam soweit mir bekannt (genauso wie Beschneidungen im übrigen). Das soll das damit verbundene Leid nicht minimieren, aber du kannst es nicht »dem Islam« anlasten sondern dann der Kultur. Erinnern wir uns, dass im antiken Griechenland Männer Sex mit Knaben hatten und das gut geheißen wurde. Kaum einer geißelt aber die Griechen oder die antike griechische Kultur dafür. Warum?

      Ist es nicht Aufgabe eines Menschenfreundes und buddhistischen Lehrers dieses zu benennen und zu verurteilen?

      Anselm Grün sagt so schön: „Wer andere verurteilt, ist sich noch nicht selbst begegnet“. Aus meiner Sicht und Verständnis ist es NICHT die Aufgabe eines buddhistischen Lehrers andere zu verurteilen. Verurteilungen helfen iR niemandem weiter sondern sind iR nur Mittel sich moralisch selbst über andere zu erhöhen. Die Aufgaben eines Menschenfreundes wäre es aus meiner Sicht, die Menschlichkeit (also Liebe und Mitgefühl, Weisheit etc.) in anderen anzuregen und nicht die Menschlichkeit in anderen zu zerstören oder Feindbilder zu verbreiten. Die Aufgabe eines buddhistischen Lehrers ist es primär, den Schülern zu helfen, den Geist von den Geistesgiften zu befreien, Unheilsames zu vermeiden, Heilsames anzuregen und ihnen Wege und Methoden aufzuzeigen, den Geist zu zähmen. Dazu kann durchaus das Geben differenzierter, kritischer Informationen gehören sofern sie zB Unwissenheit vermindern aus der dann wieder Hass oder Begehren entspringen können.

      Nur Ole differenziert ja nicht, er pauschalisiert, verallgemeinert und regt aus meiner Sicht und Beobachtung, dem was ich erfuhr und las, Angst und Geistesgifte an. Genau das sollte ein buddhistischer Lehrer nicht tun. Solches Handeln ist weder menschenfreundlich den vertrauensvollen Schülern gegenüber noch den Objekten des Feindbildes, also Muslimen. Es ist schädlich für die Schüler und das friedliche Zusammenleben der Menschen in unserem Land, unserer Gesellschaft. Meinen Respekt hat er dafür nicht, dass er es unermüdlich tut, das scheint hingegen zu stimmen.

      Danke, dass Du dich sorgst, was sich in mein Bewusstsein einnistet. Das mit dem „rechtsradikalen Netzwerk“ sehe ich kritisch und bin nicht überzeugt, weil es mir an Informationen mangelt. Es gibt Indikatoren, aber die reichen nicht für eine verlässliche Schlussfolgerung.

      Ansonsten, es gibt keine Mehrheit unter den Muslimen, die die Schaira einführen wollen. Man kann durchaus besorgt sein, dass die Anzahl von Muslimen, die für die Anwendung der Scharia votiert, nach verschiedenen Studien dennoch relativ groß ist. Andererseits haben wir Gesetze, Muslime sind weit weit in der Minderheit und prozentual wirkt sich das kaum auf unsere Demokratie aus. Es macht Sinn wach, informiert und kritisch zu beobachten aber keinen Sinn irrationale Ängste zu schüren.

      Überhaupt Relation! Hier eine Analyse von SoGen Ralf Böck: http://zensplitter.blogspot.com/2018/08/aus-gegebenem-anlass.html

      Ich bin entspannt und Alkohol drinke ich natürlich nicht.

      Antworten
      • 17. August 2018 um 10:41
        Permalink

        Eine nette Idee! Ich werde Ole vorschlagen mit einigen Moslems einen Wein zu trinken. Trinkt der „Moslems“ überhaupt Alkohol? Ich denke nur wenn Ihr Gott nicht zuschaut. Kommst Du dann auch dazu? Ich bereite Dir gerne einen Grüntee oder was auch immer Du magst…

      • 17. August 2018 um 11:43
        Permalink

        Hi Michael,
        ich hatte den Kommentar noch mal leicht überarbeitet nachdem ich ihn veröffentlichte, weil mir ein paar Fehler auffielen. Als Mönch darf ich andere nicht zum Alkoholtrinken anregen (habe das daher gelöscht), der Begriff Moslems, den ich einmal verwandte, sei nicht angemessen hatte ich mal irgendwo gelesen (habe ihn daher ersetzt) – alles vor Deiner Antwort. In der Tat sollten Muslime glaube keinen Alkohol trinken. Buddhisten eigentlich auch nicht. Richtig verpflichtend wird es für Buddhisten, wenn man das 5. Laien Gelübde genommen hat. Ansonsten soll der Buddha ja gesagt haben, wer auch nur einen Tropfen Alkohol trinkt, sollte sich nicht mein Schüler nennen. Wie Du siehst, nicht nur einige Muslime, auch einige Buddhisten nehmen das wohl locker ;-)

        Ein Treffen würde ich natürlich begrüßen. Allerdings damit es konstruktiv verläuft, sollte ein Moderator dabei sein und ein/e Islamexpert_in. Ich möchte zudem einem Muslimen oder einer Muslima nicht zumuten, diesen Hass oder Frust und Wut abzukriegen. Ich habe um 2002-2005 ganz offen zu Nydahl recherchiert, seine und BDD Websiten gelesen und dann auch bewusst die Talkshow mit Maischberger angesehen, wo Nydahl eingeladen war. Aus meiner Erinnerung: dort war ein Sufi eingeladen, den Nydahl irgendwann anging, sinngemäß, er solle sich nicht verstellen und so toll daher reden, am Ende seien sie ja eh nicht koscher. (Ich hatte die Tage überlegt, die Sendung aufzutreiben.) Ich fand das aggressive Angehen des Sufi ziemlich ätzend und fehl am Platze – ganz allgemein und erst recht bei Sufis. Über Buddhismus hatte Ole (gemäß meiner Erinnerung) auch nicht viel Vernünftiges zu sagen sondern redete dann von der ‚Vier Lichter Meditation‘, die eigentlich zu den tantrischen Geheimlehren zählt und in dem Zusammenhang eher Stirnrunzeln bei nicht-Eingeweihten ausgelöst haben müsste. Vielleicht sollten wir zum Treffen auch noch 2 Bodyguards hinzuziehen, die notfalls eingreifen können.

      • 17. August 2018 um 12:43
        Permalink

        Lieber Tenzin, das mit den Bodyguards lassen wir lieber. Würde die Stimmung vielleicht verderben. Ein fairer Boxkampf zwischen Ole und einem Imam? Ich mach das „Nummerngirl“.
        Ich fand die Sendung mit Lama Ole und Nina Hagen auch viel besser! In meiner Erinnerung hat Ole beispielsweise sehr positiv über pier vilat Khan gesprochen und der ist ein Sufi. Vielleicht war der Mensch in der Sendung wirklich etwas „verlogen“?
        Mensch muss Ole ja nicht mögen, auch seine Aussagen zum Islam nicht, aber ihn in die rechte Ecke zu drängen ist sehr dumm. Inzwischen scheint es so, dass eine kritische Meinung zum Islam bei vielen Gutmeinenden reflexartig den Ruf „Rechtsradikaler“ auslöst. Das erinnert fatal an sehr schwierige Zeiten in unserer jüngeren Geschichte, wo die Meinungsfreiheit extrem eingeschränkt war und Andersdenkende mit Sternen geschmückt weggesperrt wurden.

      • 17. August 2018 um 13:45
        Permalink

        Hi Michael,
        mir geht’s nicht um mögen oder nicht mögen einer Person sondern die Sache. Ich halte sehr viel von Aufklärung und von Differenzierung als auch von informierter und vernünftiger (erst recht wohlwollender) Kritik – auch wenn Fehler bei anderen zu suchen oder zu finden eigentlich keine buddhistische Praxis ist.

        Aufklärung, Differenzierung als auch informierte und vernünftige (erst recht wohlwollende) Kritik, kann Unwissenheit überwinden und damit die Basis für Feindbilder, Aversion und Hass oder Stolz und Anhaftung oder Sektierertum. Was nicht hilfreich ist, sind Pauschalisierungen, Verallgemeinerungen, das Schüren von Ressentiments, Feindbildern oder Aversion bis Hass.

        Ich denke nicht, dass ich Ole in die rechte Ecke dränge. Kann mich gar nicht erinnern, dass ich ihn rechts nannte oder einordnete. Was ich bis 2017 primär gemacht habe ist – wie ich bereits schrieb – kritische Stimmen über ihn zu sammeln. Was mich ein bisschen wundert ist die Intoleranz seiner Anhänger gegenüber mE berechtigter Kritik an Ole. Da hauen sie und Ole lauf auf die Pauke und argumentieren immer lautstark mit „Meinungsfreiheit“ wenn es darum geht Ressentiments oder Feindbilder, tlw undifferenzierten Mist, gegenüber Muslimen oder Islam zu schüren aber wenn sie selbst mal mit sachlicher Kritik konfrontiert werden, reagieren sie beleidigt und zeichnen sich schnell als Opfer. Die Meinungsfreiheit sollte dann bitte auch für die anderen gelten – erst recht, wenn diese sachlich richtige Kritik hervorbringen.

        Deine Vorwürfe im 2. Teil Deines Kommentars treffen auf mich mE nicht zu. Wie zuvor: bitte belege Deine Thesen oder Anschuldigungen, statt unsachlich Nichtzutreffendes zu behaupten.

        Und wenn Du schon von einer anderen Zeit sprichst: wie heute einige gegen Muslime hetzen, so haben die Nazis gegen die Juden gehetzt. Deine falsche Behauptung, es gäbe eine Einschränkung der Meinungsfreiheit ist wilde Fantasie. Jeder kann seine Meinung äußern. Volksverhetzung ist hingegen strafbar und Hetze oder Hassreden, Hasspredigten – ob von Buddhisten, Muslimen oder anderen Religiösen oder Atheisten einzuschränken ist schon vernünftig, weil sie, wie man in Burma (Myanmar) sehen kann zu Gewalt, Terror, Vertreibung, Töten, Vergewaltigung und übelsten Verbrechen führen und den sozialen Zusammenhalt, den sozialen Frieden, zerstören.

        Kritische Meinungsäußerungen sind nicht zwangsläufig Hass und Hassreden sind nicht zwangsläufig kritische Meinungsäußerungen. Was Du macht findet man häufig bei DW Anhängern online: Ole sachlich korrekt zu kritisieren wird als Hass, Kampagne oder Hetzkampagne verleumdet, das Schüren von Ressentiments von Ole hingegen wird als „kritische Rede“, „Kritik“ oder rechtens unter dem Mantel der „Meinungsfreiheit“ verklärt. Ich falle darauf nicht rein.

        Wenn ich mich recht an die Statistiken erinnere, haben wir prozentual mehr Straftaten gegen Muslime oder Flüchtlinge als umgekehrt (das müsste ich noch mal prüfen). Auf jeden Fall gibt es mehr Straftaten von Rechten als von Muslimen. Ole sollte sich mal gegen Rechts engagieren, wenn er wirklich Menschen vor Gewalt schützen will. Warum schießt er (im übertragenen Sinn) sich einseitig auf Muslime ein? (Im Übrigen auch in den USA gibt es mehr innerterroristische Gewalt durch neo-Nazis oder Rechte als durch Muslime. Die Zahlen und Links kann ich Dir gerne noch mal hier einfügen, hatte das aber schon mehrfach gegenüber Ole Nydahl Anhängern hier auf dem Blog getan und am Ende interessiert dich oder die Hardcore Ole Leute das eh wohl nicht…)

      • 17. August 2018 um 14:08
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        Lieber Tenzin, ich hoffe, dass in meinen Beiträgen klar geworden ist, dass ich mit kritischen Meinungen zu Ole Nydahl sehr wohl umgehen kann. Das erlebe ich nun schon seit fast 30 Jahren. Es fällt mir aber zugebender Maßen schwer, wenn versucht wird ihn in eine rechte Ecke zu drängen.
        Statistiken belegen, was Dir sicherlich klar sein wird, meist das, was der Auftraggeber als Ergebnis wünscht. Wenn es mehr Rechte geben sollte, die antisemitische Straftaten begehen als Moslems ist es natürlich zu verurteilen. Es rechtfertigt aber nicht, dass es zunehmend Übergriffe von Moslems auf Juden in Deutschland gibt. Sicherlich geben auch das „deine“ Statistiken wieder.
        Ich kann Deine Arbeit schätzen, dein Sammeln von Informationen zu Ole Nydahl ist für mich sicher kein Problem, zumal Du Raum gibst, andere Positionen aufzunehmen. Soll der Leser sich ein eigenes Bild machen. Gerne können wir die Informationen zu Lama Ole mal austauschen. Meine zeigen einen wunderbaren Menschen, einen weltweit akzeptierten Lehrer, einen liebenden Mann und Menschenfreund.
        Alles erdenklich Gute für Dich und deine Arbeit und der Kagyü mag kritische „Geister“…..

      • 17. August 2018 um 16:11
        Permalink

        Hi Michael. Bin unterwegs im Zug und habe nur Handy zur Verfügung. Daher nur ganz kurz und nicht allzu tief bohrend.

        Soweit ich sehe reagierst du auf Kritik nicht abwehrend aggressiv. Andererseits verpackst du haltlose Anschuldigungen in freundliche Worte – Stichpunkt (indirekter) Vorwurf “Hetze” oder (haltloser oder nicht belegter) Vorwurf “diskreditieren”).

        Soweit ich sehe weist du klassische Kommunikationstategien des BDD oder von Nydahl Schülern auf. Kritik oder Aufforderungen deine Vorwürfe zu belegen, weichst du bisher aus. Das Argument mit Statistiken hier ist so ein Beispiel. Es gibt natürlich manipulierte Statistiken oder unzuverlässige, aber es gibt auch verlässliche Statistiken. Mit deinem undifferenzierten Argument verschließt du dich rationaler Analyse oder Korrektur deiner Ansichten.

        Laut Meldestatistik der Kriminalpolizei gab es 2017 1495 antisemitische Straftaten, 1069 mit islamfeindlichem Hintergrund und 127 Taten gegen Christen. Es heißt aus den Polizeistatistiken liesse sich kaum herauslesen, welchen Anteil Muslime unter Tätern von antisemitischen Straf- und Gewalttaten haben. Laut Antisemitismusforscherin Uffa Jensen würden mehr als neunzig Prozent der antisemitischen Straftaten durch rechte Täter begangen. Auch wenn Gewalt und Anfeindungen nicht nur aus der rechten Szene kommen, sondern zunehmend auch von Muslimen in Deutschland verübt würden und Statistiken kritisch zu hinterfragen sind, zeigt das, dass du und Herr Nydahl auf dem rechten Auge blind sind und ihr völlig unausgewogen und undifferenziert argumentiert. Von verlässlicher Information scheint da auch nicht viel gehalten zu werden, stören diese doch das gut gepflegte Feindbild – muss ich schlussfolgernd vermuten.

        Es geht mir weder um Rechtfertigen noch Verurteilung, es geht mir darum, ob Ansichten in der Realität wurzeln oder der Unwissenheit und den Geistesgiften entspringen. Letzteres ist nämlich unheilsam.

        Ich stimme dir zu, der Leser soll sich ein eigenes Bild machen. Ich würde noch hinzufügen: die Verantwortung liegt beim Lesrer wie er oder sie Informationen aufnimmt, einordnet und bewertet und zumindest wünsche ich, es liegen verlässliche und sachlich richtige Informationen als Basis einer unparteiischen, gut informierten Analyse vor.

        Dein Angebot, dein Wissen zu Ole Nydahl zu teilen, nehme ich gerne an. Meine Frage(n) an dich ist (sind):

        Wann und wo betonte Ole Nydahl, dass Muslime Menschen wie wir sind? Menschen, die wie wir glücklich und frei von Leiden sein wollen, die wie wir an Anhaftung / Gier, Ärger/ Hass und Unwissenheit leiden? Menschen wie wir, die zu Liebe und Mitgefühl, Weisheit, Selbstlosigkeit fähig sind, einen grundsätzlich reinen Geist haben, unsere Väter, Mütter und Kinder in vergangenen Leben waren und in zukünftigen Leben sein werden? Menschen, die wie wir Fanatismus verfallen, aber auch davon frei sein oder sich befreien können?Menschen, die vielleicht wesentlich großzügiger, liebevoller und weiser sein können als ach so tolle Buddhisten?

        Diese Ansichten wären eines Menschenfreundes und eines buddhistischen Mahayana/ Vajrayana Lehrers angemessen. Ich habe Derartiges aber noch nicht von ihm vernommen. Was erst mal nichts beweist. Aber dein Insider Wissen könnte mich ja unterrichten über das, was ich diesbezüglich noch nicht weiß oder gelernt habe. Schön waren natürlich belegbare Quellen. Aber auch Zeugnis von Dir als Zuhörer und Schüler wären interessant. Bisher hast du in das undifferenzierte und uninformierte Horn Herrn Nydahls geblasen.

        Ganz herzlichen Dank und beste Grüße, t

      • 17. August 2018 um 19:16
        Permalink

        Lieber Tenzin, Du sitzt im Zug und ich sollte gleich das „Kissen anwärmen“. Ich erinnere mich an unendlich viele Begegnungen mit Ole, wo ich Ihn als großartigen Lehrer des Vajrayana kennengelernt habe. Nun kannst Du ja erwidern, dass mein Gehirn gewaschen sei und ich ein verblendetes Schaf, welches kritiklos dem radikalen Dänen folgt. Ich würde dann sagen, dass die Qualitäten von Ole Nydahl u.a. von Shamar Rinpoche, Jigme Rinpoche, Lopön Tsetchu Rinpoche, dem 17.Karmapa und vielen Anderen beschrieben und anerkannt werden. Da ich davon ausgehe, dass Du die Linienhalter der Karma Kagyü Linie respektierst, sollte dieser Punkt geklärt sein.
        In den 60iger des letzten Jahrhunderts wollten Hannah und Ole Nydahl ins Dreijahresretreat gehen. Ihr Wurzellama der 16. Karmapa gab Ihnen andere Aufgaben. Oles Arbeit wurde unter Anderem den westlichen Menschen den Buddhismus nahe zu bringen, sollten dies es wünschen. Das möglichst einfach, damit auch jeder Mensch den Zugang finden konnte. Vielen Menschen gab und gibt er Zuflucht. Einige wenden sich dann anderen Lehrer zu, was Ole ausdrücklich unterstützt. Zu einem islamischen Lehrer rät er aus verständlichen Gründen eher nicht.
        Um Inhalte seiner Lehren zu hören stehen Dir seine Kurse und Vorträge offen. Ausserdem sind viele seiner Vorträge auf CD und anderen Medien zu hören. In der Regel spricht er über Buddhas Lehren und nicht über den Islam. Hier finden sich auch einige Vorträge bei You Tube.
        Hier zu überhören, dass ein wahrer Menschenfreund und Vajrayana Lehrer spricht, wäre ein Wunder. Aber neben den Worten solltest Du Ole an seinen Taten messen. Welche Verwerfungen sind hier bekannt? Menschen kommen und gehen zu seinen Vorträgen. Es gibt Veranstaltungen mit mehreren tausend Teilnehmern, die friedlich und i.d.R. freudvoll ablaufen. Sie sind offen für alle, so dass ein jeder sich ein Bild machen kann. Es besteht allerdings die „Gefahr“, dass es keine Aussagen zu politischen Themen gibt, sondern dass mehrere Tage mit Ole meditiert wird.

        In diesem Sinne

        Mögest Du Dich schnell erleuchten und zum Besten der Wesen arbeiten

        Michael

      • 18. August 2018 um 18:09
        Permalink

        Lieber Michael, danke für deinen Kommentar.

        Er ist ein Lobpreis, voller Behauptungen und verweist auf Autorität. Ich nehme an Du weißt, dass auch Sogyal Rinpoche, Geshe Kelsang Gyatso und andere umstrittene Lamas und ihre Schüler Kritik via Autorität höherer Autoritäten wegreden? Das sind für mich daher keine überzeugenden Argumente. Lamas sollten an ihren Taten, Qualitäten und denen ihrer Schüler gemessen werden. Das ist grundsätzlich nicht ganz so einfach und bedarf der unterscheidenden Intelligenz (Weisheit), unparteiischen Untersuchung und freudiges Streben Richtung Erwachen. Ich spreche Ole grundsätzlich nicht gute Qualitäten oder verdienstvolle Handlungen ab, auch seinen Schülern nicht. Ich kann mich an diesen erfreuen und diese würdigen. Aber es geht um Schattenseiten, die unerkannt sind, als heilsam gerechtfertigt werden und aus meiner Sicht schädigend für Ole, seine Schüler, unsere Gesellschaft und Muslime sind. Das kann und werde ich nicht akzeptieren.

        Aus meiner Sicht kann Ole plappern zum Islam was er will. Was ich nicht wollte ist, dass die DBU dazu schweigt, sich einschüchtern und manipulieren lässt und die Diskussion zum Islam – Buddhismus in der Öffentlichkeit Ole Nydahl überlässt. Mein Bestreben war, dass die DBU sich bitte äußert – nicht mal zwangsläufig gegen Nydahls Standpunkt sondern generell gemäß Satzung für Migranten, für Flüchtlinge und für den interreligiösen Dialog und im Sinne des Buddhismus und Ole Nydahl die Diskussion nicht dominieren lässt.

        Stattdessen hat der erste Vorsitzende der DBU mehrfach parteiisch gehandelt, berechtigte Kritik und Hinweise ignoriert, heruntergespielt, schöngeredet und Kritiker geschwächt. Das finde ich wesentlich inakzeptabler für einen Dachverband von Buddhisten als Oles Islamfeindlichkeit.

        Ole kann man wohl eher nicht ändern. Darum ging es mir daher nie. Mir ging es darum, dass nicht geschwiegen wird und mit falschem Schweigen eine Art Zustimmung signalisiert wird (ob bewusst oder unbewusst).

        Davor ging es mit nur darum, das Leute auch kritische Informationen finden, die sie suchen. (Das beschrieb ich ja schon.) Von daher, es ging mir eigentlich nie um Ole.

        Was Aufnahmen seiner Vorträge betrifft, soweit mir bekannt werden die umstrittenen Dinge herausgeschnitten. Damit sind Aufnahmen geschönt und bilden nicht die Realität ab und es ist nicht möglich über Aufnahmen, die der BDD veröffentlicht, ein akkurates Verständnis zu entwickeln. Aufnahmen werden nicht nur zensiert sondern gegebenenfalls auch nachträglich entfernt. Das gezeichnete Bild ist also geschönt.

        Schließe mich ansonsten Borstel an.
        Ich wünsche dir alles Gute und die Erfüllung all deiner spirituellen Wünsche. Lg t

  • 18. August 2018 um 12:09
    Permalink

    Bitte um Entschuldigung, wenn ich mich hier als Nichtbuddhist und Laie einschalte: Was Ole Nydahl früher einmal gelehrt hat und wie er vor 30 Jahren war, ist für die heutige Zeit nicht relevant. Ich meine doch, daß es um seine heutigen Ansichten, Aussagen und Lehren geht. Was ich über ihn lese, höre, sei es aus sekundären Quellen oder seine primären eigenen Aussagen oder die seiner Schüler, das scheint mir oftmals nicht besonders inspiriert zu sein, wenn es um die Verbreitung der tibetisch-buddhistischen Lehre geht. Mich würde das nicht überzeugen, würde ich mit dem Gedanken einer Konversion zum Buddhismus spielen.
    Aber abgesehen davon: Was er zum Thema Islam zu sagen hat, ist undifferenziert und hilft gewiß nicht, den Frieden im Lande zu wahren. Gewiß geht es mir nicht darum, daß wir uns fundamentalistischen Strömungen im Islam nicht entgegenstellen sollten (gemäß dem Motto dieses Blogs: »Tolerant ist nicht, wer Missstände ignoriert.«). Aber dadurch, dass Flüchtlinge und Moslems von Lama Ole als eine homogene Masse voller böser Absichten dargestellt werden, wird dies nicht gelingen – im Gegenteil, würde man mich dauernd so angreifen und diffamieren, ich würde mich erst recht einer radikalen Spielart meines Glaubens zuwenden, um mich zu schützen und verteidigen zu können.

    Was nun die „Legitimation“ von Ole Nydahl durch bestimmte Autoritäten der Karma-Kagyü-Schule angeht: Ob der 16. Karmapa Oles Tun auch noch heute gutheißen würde, wissen wir nicht. Dasselbe gilt für Lopön Tsechu.
    Was den 17. Karmapa angeht, so werde ich wieder fragen: Welchen meinst du? Der Kandidat, der von der Mehrzahl der Autoritäten der Karma-Kagyü-Schule als legitim angesehen wird, ist es nicht. Was Jigme Rinpoche angeht: Da er Sekretär des 17. Karmapa ist, wird er sich sicherlich nicht gegen seinen „Chef“ wenden. Unabhänig davon findet sich auf https://www.info-buddhismus.de/lama_ole_nydahl.html?zoom_highlight=karmapa#sexBez folgendes Zitat: „Im August 2018 äußert sich Jigme Rinpoche – ein Bruder Shamar Rinpoches, Generalsekretär des von Shamarpa und Nydahl unterstützten Karmapa Kandiaten Thinley Thaye Dorje sowie spiritueller Beirat des Buddhistischen Dachverband Diamantweg (BDD e.V.) – resigniert: der BDD / Nydahl höre sowieso nicht auf ihn.²⁰ª“ Richitge Begeisterung klingt anders…
    Was den Sharmapa selbst angeht: Er sieht Thinley Thaye Dorje als legitimen Karmapa an und ist womöglich erfreut über jede zusätzliche Unterstützung, die er bekommen kann, egal, was er über Nydahl sonst denkt. Das allerdings ist Spekulation, und ich hoffe, daß dies in den Überlegungen des Sharmapas keine Rolle spielt.
    Michael, Du schreibst: „Vielen Menschen gab und gibt er Zuflucht. Einige wenden sich dann anderen Lehrer zu, was Ole ausdrücklich unterstützt. Zu einem islamischen Lehrer rät er aus verständlichen Gründen eher nicht.“ Ich finde auch diese Aussage seltsam: Meint Ole Nydahl mit, dass man sich zu einer anderen Richtung des Buddhismus wenden darf, oder gar zu einer anderen, nichtbuddhistischen Religion – und warum nicht zum Islam? Über diese Problematik gab es übrigens schon 1996 ein Schreiben der DBU (https://www.info-buddhismus.de/PDF/OleNydahl-DBU-Analyse-ocr.pdf) – Tenzin Peljor hat dies gut zusammengetragen und ich glaube nicht, dass Du ihm hier Verzerrung unterstellen können wirst. Und wenn Du mich fragen solltest, warum ich hier mit solch alten Kamellen komme: Einfach aus dem Grunde, dass schon früh solche Tendenzen von Nydahl erkennbar waren und sich das jetzt noch deutlich verschärft zu haben scheint. Oder bin ich nur unerleuchtet, den eigentlichen Sinn von Lama Oles Aussagen zu erkennen?

    Antworten
    • 19. August 2018 um 00:02
      Permalink

      Moin Borstel, prima, dass Du Dich einmischt. Es ist ja in der bisherigen Diskussion schon deutlich geworden, dass ich die Aussagen von Ole zum Islam sehr differenziert erlebe, aber ich höre ihn wahrscheinlich anders als Du. Außerdem ist sicher auch deutlich geworden, dass auch ich eine kritische Haltung zum Islam teile. Hier sollten wir einfach abwarten, ich bin sicher, dass die Zukunft zeigen wird welche Sichtweise sich bewahrheitet. Ich hoffe, dass Eure Sicht zum „toleranten Islam“ die Richtige ist.
      Bei der Karmapafrage schreibst Du, dass die Mehrheit der Kagyü Autoritäten den anderen Kandidaten als legitimen Nachfolger ansehen. Woher kommt dieses Wissen? Sicherlich wird die Mehrzahl, der von China abhängigen Rinpoches nicht Thaye Dorje als den 17. Karmapa akzeptieren. Auch hier gilt, die Zukunft wird es zeigen. Nach meinen Informationen, hadert der andere Kandidat mit seiner Rolle als Karmapa. Vielleicht gibt es in absehbarer Zeit nur noch den Einen?!
      Jingmela resigniert? Hatte er einen schlechten Tag? Ich habe ihn noch vor einiger Zeit mit Ole zusammen erlebt. Auf mich haben Sie gewirkt wie gute Freunde. Nedu Rinpoche hat Ole noch im Beisein von 1000enden Schülern für seine Arbeit ausgezeichnet. Aber vielleicht sehen wir nur was wir sehen wollen?
      Sorry, dass ich mich unklar ausgedrückt habe. Ich meinte, dass Ole Menschen denen er Zuflucht gibt ermutigt, sich passende LehrerInnen sucht und NICHT blind einendem Lehrer folgt und schon garnicht seine politischen Meinungen ohne Nachdenken übernimmt.
      Ich möchte Tenzin zunächst nichts unterstellen. Wir haben einen mehr oder weniger öffentlichen Meinungsaustausch geführt. Er gab mir die Möglichkeit auf seine Kommentare zu reagieren und dieses habe ich genutzt. Zum Einen war und ist es mir ein Bedürfnis als langjähriger Schüler von Hannah und Ole Nydahl auf die m.E. unrichtigen „Anschuldigungen‘ und falschen Darstellungen zu reagieren und zum Anderen möchte ich darauf hinweisen, dass die SchülerInnen von Ole sich sehr wohl auch in Ihren politischen Meinungen unterscheiden. Mögen sich die Menschen ein eigenes Bild machen und dann entscheiden.
      Zu guter Letzt, ja ich gehe davon aus, dass wir unerleuchtet sind und den eigentlichen Sinn von Oles Aussagen habe ich leider auch noch nicht wirklich verstanden.

      In diesem Sinne, schön, dass Du Dich eingeschaltet hast und habe eine gute Zeit

      Antworten
      • 19. August 2018 um 07:29
        Permalink

        Ich bin ja auch nur ein unbeleuchteter Mitleser einer sehr spannenden und ‚gesitteten‘ (was immer jeder einzelne nun darunter verstehen mag) Diskussion (ich kenne andere Foren, wo ein solches Thema binnen Tagen dramatisch eskaliert wäre).

        Letztendlich ist für mich bei diesen Sammlungen von Aussagen die Frage, welches Bild zeigt das daraus resultierende Mosaik in meinem Kopf. Und den Köpfen anderer. Und inwieweit bin ich bereit, einige dieser Mosaiksteine nocheinmal in die Hand zu nehmen.

        Ich hätte hier noch einen in Form einer Aussage S.H. des Dalai Lamas aus der FAZ:
        »Die Liebe ist bei jeder Religion die Kernbotschaft, auch im Islam. Bösartige Leute gibt es auch bei den Buddhisten, den Christen, den Juden und den Hindus. Nur aufgrund von einigen traurigen Ereignissen, die von einer kleinen Zahl Muslime ausgehen, sollten wir nicht die gesamte muslimische Welt verurteilen.«
        http://www.faz.net/aktuell/politik/dalai-lama-tenzin-gyatso-im-interview-zur-fluechtlingskrise-14260431.html
        (Ja, ich weiß. Da sind auch andere Mosaiksteine drin, die wiederum besser zu anderen Bildern passen…)

        Demnächst werde ich mit einer Gruppe des Diamantweg meditieren. Ich bin gespannt ob und wie diese Thematik Gestalt annimmt.

        Und ich bin gespannt auf den Fortgang der Diskussion an dieser Stelle…

        Beste Grüße,
        Sebastian

      • 19. August 2018 um 07:37
        Permalink

        Danke Sebastian. Aber wie Michael antwortest du auf Aufforderungen Behauptungen zu belegen nicht wirklich. Es erschließt sich mir nicht, warum andere abzulehnen latent faschistisch sein soll.

        Von Ole mal einen solch differenzierten Standpunkt wie vom Dalai Lama zu hören, das können wir leider vergessen. Eher reißen Teile seiner Gefolgsleute Aussagen des Dalai Lama aus dem Zusammenhang oder benutzen Teilaussagen von ihm um eine islamfeindliche Agenda zu nähren – zB dass Deutschland kein arabisches Land werden könne oder Flüchtlinge langfristig wieder in ihre Länder zurückkehren und beim Aufbau helfen sollten.

        Berichte uns bitte von deinen Erfahrungen über Meditation beim Diamantweg.

        Beste Grüße, Tenzin

      • 19. August 2018 um 08:01
        Permalink

        Hallo Tenzin,

        ich fühlte mich bisher nicht aufgefordert, das zu belegen (ich stelle es eher in seiner Absolutheit in Frage, was, wie ich dachte durch meine Antwort klar sei), kann mich aber da gerne präzisieren.

        Und ich werde berichten…

  • 19. August 2018 um 13:03
    Permalink

    @ Sebastian: Eine (oder mehrere) Religionen abzulehnen, weil sie nicht zum Heil führen, ist meiner Meinung nach etwas, was doch auch im Buddhismus geschieht? Wenn ich frommer Christ, Jude, Muslim bin, dann werde ich sicherlich nicht während meiner aktuellen Existenz auf Erden Erleuchtung erlangen. Also kann ich als Buddhist diese Religionen nur ablehnen, da sie nicht zum Heil führen. Daß damit nicht die Ablehnung der Gläubigen oder gar eine Verachtung der Religion gemeint ist, sollte sich von selbst verstehen. Ich für mein Teil sehe jedenfalls in der Aussage „Abgrenzung gleich Faschismus“ genau wie Tenzin etwas undifferenziertes.

    @ Michael: Wer meinen Nicknamen im Netz sucht, der wird feststellen, daß ich in sehr verschiedenen Blogs kommentiere, unter anderem auch solchen, die der sog. Skeptikerbewegung zuzuordnen sind. Insofern sind mir bestimmte Arten der Gesprächsführung, für Behauptungen keine Quellen anzugeben und auf vorgebrachte Argumente nicht einzugehen, sattsam bekannt. Zu Deinen Anmerkungen nur so viel:
    Richtig, ich habe keine Ahnung, wieviele Anhänger der jeweilige Karmapa haben mag. Aber den Punkt mit den Autoritäten hast ja Du selbst aufs Tapet gehoben. Und wenn ich Tenzins kurzer Darstellung auf seiner Website folgen darf und der englischen und deutschen Wikipedia, dann fällt schon auf, daß sowohl innerhalb der Kagyü-Linie und auch außerhalb Ogyen Trinley Dorje derjenige ist, der mehr Anerkennung zu genießen scheint. Mir persönlich ist das ziemlich gleichgültig, wer von den beiden der „richtige“ ist, oder ob es hier nun zwei Linienhalter gibt – wie gesagt, ich bin kein Karma-Kagyü-Anhänger, ja noch nicht einmal Buddhist.
    Unabhängig davon, ist es doch verblüffend, daß Du einen ganz anderen Eindruck hast von Lama Ole Nydahl, als viele derjenigen, die hier geschrieben haben, als viele derjenigen, die in aktuellen Zeitungsberichten zitiert wurden, als die Delegation der DBU: Irren diese Leute alle? Ich meine, ich habe diese eine Aussage, von der Nydahl halbherzig zurückgerudert ist (mit dem wie ich finde, sehr unehrlichen Argument, daß er das Deutsche nicht recht beherrsche), mir auf Youtube selbst angehört. Und seine anderen zitierten Aussagen passen dazu sehr gut. Wir haben hier erlebt, wie ein ganzer Verband gegen Einzelpersonen vorgeht, die Kritik äußern: Nicht mit dem scharfen Schwert der geistigen Auseinandersetzung, sondern mit der schweren Artillerie der Justiz. Ist das etwa die bevorzugte Art, Probleme zu lösen?
    Nein, da ist zwischen Deinen Aussagen, und dem, was ich vom Diamentweg wahrnehme, eine Inkongruenz. Es tut mir leid, aber ich kann das beides nicht in Deckung bringen.

    @ Tenzin: Weil Michael das doch erstaunliche Interview mit Ogyen Trinley Dorje angesprochen hat: Ich fand, das dies etwas erfrischendes hatte, und es paßt recht gut zu den Ausführungen, die Du auf Deine Website gestellt hast (https://www.info-buddhismus.de/Tulku-System_Dagyab-Rinpoche.html). Ob daraus etwas daraus folgt, ist ja noch einmal eine andere Frage. Und interessanterweise waren ja auch versöhnliche Töne in Richtung der Anhänger von Thinley Thaye Dorje zu hören.
    Darf ich Dich um eine Bewerung bitten?

    Antworten
    • 19. August 2018 um 18:56
      Permalink

      @Borstel: Nein ich finde es nicht verblüffend, dass die meisten Menschen, die hier schreiben, Ole anders verstehen als ich. Es wäre auch nicht verblüffend, wenn die meisten Menschen, die den Diamantweg praktizieren von Ole einen ähnlichen Eindruck wie ich hätten.
      Manche Dinge kann Mensch einfach nicht „in Deckung bringen“. Schau mal einfach bei einem der Kurse von Ole Nydahl vorbei und mach Dir ein Bild.

      Einen angenehmen Abend….

      Antworten
  • 19. August 2018 um 18:55
    Permalink

    @borstel
    Anders herum, wird meiner Meinung nach, der Bock zum Gärtner…
    Ich persönlich habe in meinem Leben noch keinen Buddhisten getroffen, der irgendwen aufgrund seines persönlichen Gleubenssystems von vornherein abgelehnt hätte (von Ausnahmen abgesehen). Der Punkt aus meiner Sicht ist nicht, dass ich jeden Menschen der aus diesen oder jenen Gründen dieses oder jene ablehnt, per se des Faschismus bezichtige (vielleicht hat er schlicht kein Interesse an desem oder jenem und ist damit toll zufrieden…).
    Vielmehr ist ein Wesensmerkmal (unter anderen) von faschistoiden Tendenzen zum einen ‚die Anderen‘ im außen zu identifizieren und dort zu belassen um zum anderen eben darüber nach innen, zu Gruppe, Volk, whatever, sich der Richtigkeit der eigenen Überzeugung zu versichern. Das ist der wesentliche Unterschied.
    ‚Der Buddhist‘ heißt, meiner Erfahrung Erfahrung nach, erstmal jeden willkommen… Ob er bleibt oder nicht, mal dahingestellt (und wenn nicht… gehe deiner Wege). Der Faschist heißt nicht willkommen. Der Feind ist bekannt (und soll es bitteschön auch bleiben). Und sollte er nicht bekannt sein, wird er konstruiert (was auch viel einfacher ist).

    Wobei das eine natürlich unabhängig vom anderen funktioniert. Es gibt immer verwirrte Menschen, die den Verlockungen faschistoider Tendenzen anheimfallen. Besitz der ‚Wahrheit‘, ‚Wir‘ gegen ‚die‘, wie müssen ‚uns verteidigen‘, da sind die ‚Bösen‘, die ‚Ungläubigen’… Der Punkt ist schlicht, dass es das überall gibt, wo es soziele Gruppen gibt, die glauben, sie hätten etwas zu verlieren. Das ist also eher eine Frage fehlgeleiteter Überzeugung und Gruppendynamik.

    Nur weil ich der Überzeugung des anderen kritisch gegenüberstehe, bin ich kein Faschist. Er aber ebenso wenig, steht er meiner kritisch gegenüber. Erst wenn die per se ‚fehlgeleitete‘ Meinung des anderen mir zur Bestätigung und Erhöhung der meinigen gereichen muss, wird’s in meinen Augen kritisch…

    Ich hoffe, mich verständlich ausgedrückt zu haben… Sonst gerne weiterdiskutieren.
    :)

    Antworten
  • Pingback: Juristische Verfahren der Buddhismus Stiftung Diamantweg und Ole Nydahls gegen Tenzin Peljor – Buddhismus im Abseits

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